Bluttest-Skandal Theranos-Gründerin Elizabeth Holmes des Betrugs schuldig gesprochen

Sie wurde als Biotech-Pionierin gefeiert, wollte mit Theranos angeblich Bluttests revolutionieren – und stand am Ende als Betrügerin da. Nun hat auch eine US-Jury über die Schuld von Elizabeth Holmes entschieden.
Elizabeth Holmes (Archivbild)

Elizabeth Holmes (Archivbild)

Foto: Jeff Chiu / AP

Ihr Werdegang hat weltweit für Schlagzeilen gesorgt, ganze Dokumentationen widmeten sich dem Fall von Elizabeth Holmes. Inzwischen beschäftigt sie vor allem die Gerichte, ihr Prozess wird mit größtem Interesse verfolgt. Jetzt hat die Jury die Gründerin der US-Bluttest-Firma Theranos des Betrugs für schuldig befunden.

Die 37-Jährige habe Investoren mit vorsätzlichen Falschbehauptungen über die Theranos-Technologie dazu verlockt, Gelder in ihr Unternehmen zu stecken, urteilten die Geschworenen in ihrem am Montagabend (Ortszeit) im kalifornischen San José verkündeten Schuldspruch.

Das Strafmaß gegen Holmes wird zu einem späteren Termin bekannt gegeben. Ihr droht eine mehrjährige Haftstrafe, bis zu 80 Jahren wären rein rechtlich möglich. Allerdings wurde die Unternehmerin nicht in allen elf Anklagepunkten schuldig gesprochen, sondern nur in vier. Unter anderem deshalb dürfte die Strafe deutlich geringer ausfallen.

Holmes hatte Theranos 2003 im Alter von nur 19 Jahren gegründet. Die Firma warb mit einer vermeintlich revolutionären Technologie für schnelle und kostengünstige Bluttests, Holmes wurde zur Milliardärin.

Holmes stellt sich selbst als Opfer dar

Die Jungunternehmerin galt jahrelang als Star des kalifornischen Hightech-Zentrums Silicon Valley und konnte prominente Unterstützer wie Ex-Außenminister Henry Kissinger gewinnen. Später wurde klar, dass ihre Bluttestgeräte gar nicht funktionierten.

In dem Prozess wies Holmes die Betrugsvorwürfe jedoch zurück. Sie beteuerte, an die Technologie ihres Unternehmens geglaubt zu haben.

Zudem versuchte sie bei Auftritten vor Gericht, sich selbst als Opfer darzustellen . So sei sie von ihrem deutlich älteren Geschäftspartner Ramesh »Sunny« Balwani, mit dem sie zwischenzeitlich auch privat verbandelt war, emotional und körperlich missbraucht worden. Balwani soll ein getrennter Prozess gemacht werden.

Die Anklage hingegen hatte Holmes »Lügen und Schummeln« vorgeworfen. »Als sie kein Geld und keine Zeit mehr hatte, hat Elizabeth Holmes sich entschieden zu lügen«, hatte Staatsanwalt Robert Leach in seinem Eröffnungsplädoyer gesagt.

jok/AFP