Neue Sanktionen G7-Staaten wollen ein Importverbot für russisches Gold erlassen

Gold gilt als gefragte Krisenwährung – Russland soll davon nach dem Willen mehrerer G7-Staaten international nicht mehr profitieren. Geplant ist laut US-Präsident Biden ein Importverbot.
Goldbarren-Produktion im russischen Kasimov, 2021

Goldbarren-Produktion im russischen Kasimov, 2021

Foto: Bloomberg / Getty Images

Großbritannien, die USA, Japan und Kanada haben sich wegen des Ukrainekriegs laut britischer Regierung  auf ein Verbot für die Einfuhr von Gold aus Russland geeinigt. Der britische Premierminister Boris Johnson wolle die drei anderen G7-Industriestaaten drängen, sich dem Schritt anzuschließen, um Russland »weiter vom internationalen Finanzsystem zu isolieren«, hieß es.

US-Präsident Joe Biden ist schon einen Schritt weiter – und kündigt auf Twitter an: »Gemeinsam werden die G7 verkünden, dass wir den Import von russischem Gold verbieten werden, einem wichtigen Exportgut, das Russland mehrere zehn Milliarden Dollar einbringt.« Dabei beginnt der Gipfel der sieben führenden westlichen Industriestaaten im bayerischen Elmau gerade erst.

Klar ist: Johnson und Biden wollen den Druck auf Russland wegen des Angriffs auf die Ukraine erhöhen – und das Thema dürfte auch im Zentrum des Treffens stehen. Erst am vergangenen Donnerstag hatten die USA weitere Waffenlieferungen an die Ukraine im Umfang von 450 Millionen Dollar angekündigt. Seit Beginn des Krieges vor vier Monaten hat die US-Regierung der Ukraine nach eigenen Angaben Waffen und Ausrüstung im Wert von rund 6,1 Milliarden Dollar zugesagt oder bereits geliefert.

Russland exportiert Gold mit zweistelligem Milliardenwert

»Die Vereinigten Staaten haben Putin beispiellose Kosten auferlegt, um ihm die Einnahmen zu entziehen, die er zur Finanzierung seines Krieges gegen die Ukraine benötigt«, teilte Biden mit – durch die Ausweitung auf das Gold würden sich diese abermals verschärfen.

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Der Schritt werde »die russischen Oligarchen direkt treffen« und »das Herz der Kriegsmaschinerie« von Präsident Wladimir Putin angreifen, sagte der britische Premier Johnson. »Wir müssen dem Putin-Regime den Geldhahn zudrehen.«

Gold sei Russlands wichtigstes Exportgut außerhalb des Energiebereichs, teilte die britische Regierung mit. Die Ausfuhren hätten im vergangenen Jahr einen Wert von 12,6 Milliarden Pfund für die russische Wirtschaft gehabt. »Sein Wert für die russische Elite ist in den letzten Monaten ebenfalls gestiegen, da die Oligarchen Goldbarren kaufen, um die finanziellen Auswirkungen der westlichen Sanktionen zu vermeiden.« Tatsächlich gilt Gold als gefragte Krisenwährung.

Angesichts der zentralen Rolle Londons im internationalen Goldhandel und der parallelen Maßnahmen der USA, Japans und Kanadas werde der Importstopp »weltweite Auswirkungen haben und den Rohstoff von den offiziellen internationalen Märkten ausschließen«, so die britische Regierung.

Auch in der EU gibt es Gespräche über Sanktionen gegen Russland im Goldhandel. Bisher gibt es aber noch keine Beschlüsse dazu. Die EU-Länder unter den G7-Staaten sind Deutschland, Frankreich und Italien. Ein hochrangiger US-Regierungsmitarbeiter sagte am Sonntag in einer Telefonschalte mit Journalisten jedoch, die G7-Staaten würden den Importstopp offiziell am Dienstag verkünden, dem letzten Tag des Gipfels auf Schloss Elmau.

US-Präsident Biden war wie andere Staats- und Regierungschefs am Samstag auf Schloss Elmau eingetroffen. Es ist sein erster Besuch in Deutschland seit seiner Amtsübernahme im Januar 2021. Vor Beginn des G7-Gipfels an diesem Sonntag will er mit Bundeskanzler Olaf Scholz zu einem bilateralen Gespräch zusammenkommen. »Dieses Treffen wird eine gute Gelegenheit bieten, die tiefen und dauerhaften Bindungen zwischen unseren beiden Ländern zu bekräftigen«, sagte eine US-Regierungsvertreterin. Nach dem G7-Treffen will Biden zum Nato-Gipfel nach Madrid weiterreisen.

apr/dpa/AFP
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