Fragwürdiger Aprilscherz Elon Musk erklärt Tesla via Twitter für pleite

Elon Musk ist das Wunderkind der US-Start-up-Szene - und manchmal verhält er sich auch so. Via Twitter erklärte er Tesla nun für zahlungsunfähig. Nicht jedem dürfte der Aprilscherz gefallen haben.
Tesla-Chef Elon Musk in einem Tesla Roadster

Tesla-Chef Elon Musk in einem Tesla Roadster

Foto: Rebecca Cook/ Reuters

Wenn ein Unternehmer ankündigt, eine Rakete mit Auto an Bord ins Weltall zu schießen, könnte es sich glatt um einen Aprilscherz handeln. Doch Technologie-Mogul Elon Musk meinte es absolut ernst, als er Anfang Februar sein privates Tesla-Elektro-Cabrio in die neue Weltraumrakete "Falcon Heavy" packte und es in die Umlaufbahn beförderte. "Es ist ein kindischer Spaß, aber kindische Späße sind wichtig", sagte Musk anschließend.

Am Sonntag gönnte sich der visionäre Unternehmer, der nicht nur das private Raumfahrtunternehmen SpaxeX besitzt, sondern sich auch den Elektro-Autohersteller Tesla leistet, wieder einen dieser Späße. Diesmal ging er womöglich einen Schritt zu weit. Der 46-Jährige erklärte Tesla für pleite. "Trotz intensiver Versuche, Geld aufzutreiben, inklusive eines verzweifelten Massenverkaufs von Ostereiern, müssen wir leider mitteilen, dass Tesla komplett und absolut pleite ist. So pleite, man glaubt es gar nicht", schrieb Musk am 1. April (Ortszeit) bei Twitter.

Tatsächlich klingt der Tweet offensichtlich gaga. Doch herkömmliche Maßstäbe gelten nicht für Elon Musk, der sich mit seinen Aktionen und Ankündigungen regelmäßig im Grenzbereich von Genie und Wahnsinn bewegt.

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Tesla ist dringend auf die Einnahmen aus den Model-3-Verkäufen angewiesen

Er selbst sei umgeben von "Teslaquilla"-Flaschen an einen Tesla Model 3 gelehnt gefunden worden, "mit getrockneten Tränen auf seinen Wangen", ergänzte Musk mit einem entsprechenden Foto.

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Elon Musk vermeintlicher Spaß fällt in eine Phase, in der sich die Tesla-Anleger tatsächlich um das Unternehmen sorgen. Vielleicht auch deshalb twitterte Tesla Schweiz vorsorglich, dass es sich bei Musks Ankündigung "mit großer Wahrscheinlichkeit um einen Aprilscherz" handeln dürfte. Und setzte noch einen angedeuteten Smiley dahinter.

In letzter Zeit häufen sich die Probleme beim US-Unternehmen. Die Produktion des ersten günstigeren Wagens Model 3 läuft deutlich langsamer an als geplant. Branchenbeobachter zweifeln daran, dass das bereits aufgeschobene Ziel, 2500 Fahrzeuge pro Woche zu produzieren, bis Ende März erreicht wurde. Der Finanzdienst Bloomberg berichtete von einem internen Aufruf an die Mitarbeiter, die Anstrengungen zu verstärken, um mehr als 300 Wagen pro Tag zu bauen und mit diesem "unglaublichen Sieg" die "Hasser" zu widerlegen.

Ursprünglich wollte Tesla bereits bis Ende 2017 auf 5000 Fahrzeuge des Model 3 pro Woche kommen, diese Zielmarke wurde jetzt auf Ende Juni geschoben. Der Autobauer entschied sich beim Model 3 für eine Fertigung mit noch mehr Automatisierung als üblich - und es dauere länger, die Maschinen einzustellen, heißt es. Zugleich ist Tesla dringend auf die Einnahmen aus den Model-3-Verkäufen angewiesen, um sich nicht frisches Kapital besorgen zu müssen. Das Unternehmen hat mehr als 400.000 Reservierungen für das Fahrzeug.

Anfang März hatte die Aktie noch bei 360 Dollar notiert

Die Anleger verlieren gerade die Geduld mit Tesla und ließen die Aktie im März um mehr als ein Fünftel fallen. Dazu trug auch ein tödlicher Unfall mit einem Tesla in Kalifornien bei, der sich bei eingeschaltetem Autopilot-Assistenzsystem ereignete. Am Mittwoch lag die Aktie bei 250 US-Dollar, Anfang März hatte die Aktie noch bei 360 Dollar notiert.

Eine Reaktion auf den Aprilscherz von Elon Musk an den Börsen fiel aus. Der 1. April fiel dieses Jahr auf einen Sonntag - Wertpapiere werden in den USA von Montag bis Freitag gehandelt.

mhu/dpa
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