Rekordverkäufe Tesla-Aktie steigt neun Prozent wegen guter Lieferzahlen

Tesla-Investor zu sein, ist wie Achterbahn-Fahren: Anfang der Woche brach der Aktienkurs ein, nun springt er wieder in die Höhe. Grund für den Aufschwung: Der Konzern hat nun doch mehr Autos ausgeliefert als jemals zuvor.

REUTERS

Der US-Elektroautobauer Tesla hat das Ziel von Firmenchef Elon Musk erreicht und im zweiten Quartal einen Auslieferungsrekord aufgestellt. Insgesamt wurden in den drei Monaten 95.200 Wagen an die Kundschaft gebracht, wie Tesla am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Damit übertraf das Unternehmen den bisherigen Bestwert von 90.700 Autos aus dem letzten Vierteljahr 2018 - und auch die Erwartungen der Wall-Street-Analysten deutlich.

Am Aktienmarkt kam diese Entwicklung sehr gut an, die Aktie legte nachbörslich um knapp neun Prozent zu. Nachdem Teslas Auslieferungen im Vorquartal überraschend um kräftige 31 Prozent gesunken waren, war das Unternehmen an der Börse zeitweise stark unter Druck geraten. Die jetzt vorgelegten Zahlen waren mit Spannung erwartet worden, um zu sehen, ob das schwache Vorquartal nur ein Ausrutscher war.

In den drei Monaten bis Ende Juni entfiel der Großteil des Geschäfts mit 77.550 Auslieferungen wie erwartet auf Teslas Hoffnungsträger Model 3. Von den Vorgängermodellen S und X wurden zusammen 17.650 Stück ausgeliefert. Im Gesamtjahr 2019 will das Unternehmen weltweit zwischen 360.000 und 400.000 Elektroautos auf die Straße bringen. Tesla produzierte im zweiten Quartal insgesamt 87.048 Fahrzeuge, den mit Abstand größten Teil davon machte ebenfalls das Model 3 aus.

Seit Wochenbeginn hatten US-Medien immer wieder unter Verweis auf angebliche Insider und durchgestochene interne E-Mails über den Stand der Produktion berichtet. Zwischenzeitlich - so die Meldungen - soll es demnach so ausgesehen haben, als könnte der Konzern seine Quartalsziele verpassen. Der Aktienkurs war deshalb zu Wochenbeginn massiv unter Druck geraten.

beb/dpa



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fuxboml 03.07.2019
1. Ja, ja, "no demand", schon klar
Die Shortseller sind mit weit über 10 Milliarden USD gegen Tesla investiert. Die (v.a. US-amerikanischen) Medien hofieren diese Leute dann als Analysten, obwohl es eigentlich Spekulanten sind, die im eigenen Interesse handeln, und bieten ihnen somit eine Plattform, um Ihre These, wonach Tesla binnen kurzer Zeit pleite gehen müsse, weil es "keine Nachfrage" nach deren Produkte gäbe, immer und immer wieder heraus posaunen können. Die Zahlen sprechen jedoch eine deutlich andere Sprache, und jeder wusste es bereits vorher. Die Aktienkurs-Manipulation der Shorts bei TSLA ist jenseits von Gut und Böse. Zum Vergleich: Die Höhe der Short-Invests bei Amazon ist in absoluten Beträgen gerechnet etwa gleich hoch wie bei Tesla, aber bei Amazon entspricht das etwa 1% der Aktien in Shortseller-Hand, wohingegen es bei Tesla >30% sind. Diese Leute werden auch weiterhin mit aller Macht versuchen, ihre Position zu retten -- und das klappt nur, wenn Tesla komplett pleite geht, denn die Verluste der Shortseller gehen bereits in die Milliarden. Da kommen sie anders nicht mehr heraus. Also werden wir auch weiterhin erfundene Geschichte von "keiner Nachfrage" hören, und jeder noch so kleine Einzelfall, bei dem ein Tesla-Auto schlecht da stand (sei es Verarbeitungsqualität, ein Brand oder ein Unfall -- also alles Sachen, die bei jedem Hersteller passieren) wird groß durch die Medien gepusht werden. Und keine Sorge, ganz neue Geschichten fallen denen sicherlich auch noch ein. Denn sie haben keine andere Wahl.
doktor_polidori 03.07.2019
2. Tesla Aktie
Habe selbst etwas Spielgeld angelegt, allerdings ist das schon ein Risikotitel. Größtes Risiko ist für mich die Person Elon Musk und die Gefahr, dass er ausfällt (vielleicht entscheidet er sich ja kurzfrisitg, zum Mars zu fliegen). Aber ein sehr spannendes Zukunftsprodukt das sich aber nicht so gut in Quartalszahlen pressen lässt.
zucoolfuereuch 03.07.2019
3. Berichterstattung
"Aktie zu Wochenbeginn massiv unter Druck geraten" - genau das ist dieses vergiftete Lob, das seit Monaten und Jahren von 95 % aller Medien kommt. Es ist erschreckend, wie unsachlich und punktuell an der Wahrheit vorbei berichtet wird. Neben den Artikeln verschiedenster Online-Magazine lese ich mit Begeisterung die Kommentare, die hinterher gepostet werden. Auch hier: Unwissen und Unkenntnisse hoch drei. 99% aller BEV-Nutzer*innen werden nicht mehr zu Verbrennern wechseln, und es werden immer mehr, die die Vorteile erkennen. Und jeder, der jetzt wieder mit der Reichweitenangst, Schleicher auf der rechten Spur, Seltene Erden, Wasserverschwendung, CO2-Rucksack, Kinderarbeit, Recycling-Problem, Spaltmaße, Verarbeitungsqualität, Teslakiller, Netzzusammenbruch, Stromversorgung, Alle-auf-einmal-laden-Hypothes usw. usf. kommen, sollten sich einmal überlegen, wie sehr sie sich manipulieren lassen. Aber ja, "ich lasse mich nicht manipulieren", denn mein C 220 fährt mit einer Tankfüllung nach Buxtehude und zurück, und hat danach noch für 250 km Restsprit drin. Tolle Sache! Stimmt bestimmt auch! Da kann ich nur sagen: weiter so! Ist doch ok! Da freu ich mich ehrlich! Aber dieses inhaltslose nachplappern - akzeptiert doch einfach mal, dass es auch andere Ideen gibt ...
pierre83 03.07.2019
4. genau
Zitat von fuxbomlDie Shortseller sind mit weit über 10 Milliarden USD gegen Tesla investiert. Die (v.a. US-amerikanischen) Medien hofieren diese Leute dann als Analysten, obwohl es eigentlich Spekulanten sind, die im eigenen Interesse handeln, und bieten ihnen somit eine Plattform, um Ihre These, wonach Tesla binnen kurzer Zeit pleite gehen müsse, weil es "keine Nachfrage" nach deren Produkte gäbe, immer und immer wieder heraus posaunen können. Die Zahlen sprechen jedoch eine deutlich andere Sprache, und jeder wusste es bereits vorher. Die Aktienkurs-Manipulation der Shorts bei TSLA ist jenseits von Gut und Böse. Zum Vergleich: Die Höhe der Short-Invests bei Amazon ist in absoluten Beträgen gerechnet etwa gleich hoch wie bei Tesla, aber bei Amazon entspricht das etwa 1% der Aktien in Shortseller-Hand, wohingegen es bei Tesla >30% sind. Diese Leute werden auch weiterhin mit aller Macht versuchen, ihre Position zu retten -- und das klappt nur, wenn Tesla komplett pleite geht, denn die Verluste der Shortseller gehen bereits in die Milliarden. Da kommen sie anders nicht mehr heraus. Also werden wir auch weiterhin erfundene Geschichte von "keiner Nachfrage" hören, und jeder noch so kleine Einzelfall, bei dem ein Tesla-Auto schlecht da stand (sei es Verarbeitungsqualität, ein Brand oder ein Unfall -- also alles Sachen, die bei jedem Hersteller passieren) wird groß durch die Medien gepusht werden. Und keine Sorge, ganz neue Geschichten fallen denen sicherlich auch noch ein. Denn sie haben keine andere Wahl.
Stimme ihnen voll zu. Vor allem CNBC macht seit Monaten Propaganda gegen Tesla, es ist schon fast eine Komödie, doch dann fragt man sich, wie erwachsene Menschen gegen besseres Wissen unglaublichen Blödsinn von sich geben. So ignorant kann doch niemand sein (?)
Draw2001 03.07.2019
5. Ich fahre so einen Wagen - es ist vielmehr als ein Auto....
TESLA zu fahren ist eine Einstellung. Es ist nicht nur ein Elektroauto. Bestellt habe ich ihn vor 1,5 Jahren. Bereits während der Wartezeit hört man tausend Geschichten. Man wird gefragt, ob man keine Angst hat, dass der Hersteller pleite geht, was mit Ersatzteilen aus USA sei, ob der Akku auch hält, ob dieser Elon Musk es denn überhaupt schafft, und was ist wenn die Anzahlung weg ist, usw. Natürlich gibt es auch Gegenwind. Die Konkurrenten machen schon richtig Stimmung. Jedes noch so kleine negative Ereignis wird sofort aufgeputscht. Ein Tesla hätte gebrannt steht dann sofort in allen Medien. Dass innerhalb des gleichen Zeitraums 25 Fahrzeuge von General Motors am Straßenrand komplett ausgebrannt waren, interessiert dann jedoch nicht so sehr. Meinen Tesla habe ich im Netz bestellt. Eine Probefahrt bräuchte ich dafür nicht. Tesla regelt das anders: Den gekauften Wagen kann man innerhalb von drei Tagen grundlos gegen Kaufpreiserstattung wieder zurückgeben. Die sind sich ihrer Sache einfach sicher. Garantie? Die, und das bekommt man schriftlich, gilt auch dann, wenn man zu keiner Inspektion fährt. Die Spaltmaße stimmen nicht auf den zehntel Millimeter? Egal, der Kunde hat damit kein Problem. Er fährt ja ein Auto und kein Meßinstrument. Es gibt keine 40 Fahrzeugfarben? Der Kunde will fahren und kein Bild malen. Und innen nur zwei Farbausstattungen? Eine wird ihm schon gefallen. Es gibt keine 100 Extras? Die Wichtigsten sind schon in der Serie verbaut. Bei einem Tesla braucht man keine Individualität hinzukaufen - die hat man bereits, weil man diese Marke fährt. Der Hersteller kann nur ein einziges Mal Geld verdienen: Wenn er das Fahrzeug verkauft. Die verdeckten Erträge aus: Zahnriemenwechsel, Ölwechsel, Filterwechsel, Kraftstofffilterwechsel, Zündkerzenwechsel, Bremsbeläge (Bei Tesla nach 300.000 KM), Auspuff, Lamdasonde, Wasserpumpe, Lichtmaschine, Benzinpumpe, Einstellungen am Automatikgetriebe, Mittellager Kadarnwelle, usw., fallen weg. Das Fahrzeug hat eben nur zwei Elektromotoren und einen Akku. Fahrzeuge mit schlagenden Teilen und Antrieb aus dem Abbrennen von fossilen Rohstoffen plus einer anschließenden aufwändigen chemischen Reinigung derselben, mit dann trotzdem noch produzierenden Abgasen, sind zudem noch laut. Diese Fahrzeuge will eigentlich nur noch jemand, der mehrmals bezahlen möchte. Wenn Sie einmal Elektroauto gefahren sind, kaufen Sie nichts anderes mehr. Ach ja, und das Argument mit der "schnellen Fahrt nach Hamburg", das erledige ich dann mit einem Mietwagen. Dieser Mix macht es möglich die E-Mobilität zu genießen.
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