Peinliche PR-Panne Musks Vermögen schrumpft an einem Tag um 770 Millionen Dollar

Elon Musk wollte den härtesten Pick-up der Welt präsentieren. Doch das ging schief. Neben dem Panzerglas seines neuen Autos wurde auch das Vertrauen in die Tesla-Aktie beschädigt - und sein Vermögen geschrumpft.

Elon Musk bei seiner Cybertruck-Präsentation
AP

Elon Musk bei seiner Cybertruck-Präsentation


Der neue Pick-up-Wagen von Tesla könnte aus einem Science-Fiction-Film aus den Achtzigern stammen: Er sieht in etwa so aus, wie man sich zuzeiten von Arnold Schwarzenegger, Lederjacken und "Mad Max" die Zukunft vorgestellt hat.

Der fast dreieckige "Cybertruck", natürlich mit Strom betrieben, soll Teslas Frontalangriff auf ein Kernsegment des US-Automarkts werden. Immer mehr Amerikaner kaufen Pritschenwagen, gern auch E-Pick-ups. In diesem Segment will Tesla ab Ende 2022 mitmischen.

Die Verkaufsversprechen für Teslas "Cybertruck" sind Tesla-typisch großspurig: Der Pick-up soll es in 2,9 Sekunden von 0 auf 100 schaffen, schneller als ein Porsche; er soll eine Reichweite von bis 800 Kilometern haben - und dazu unkaputtbar sein.

"Du willst einen Truck, der wirklich tough ist", tönte Tesla-Gründer Elon Musk, 48, bei einer Präsentation am Donnerstagabend im suburbanen Los Angeles. Einen Truck, dem auch ein Vorschlaghammer nichts anhaben könne. Also schlug ein Tesla-Designer mit dem Vorschlaghammer auf Musks stählerne Männerfantasie ein , tatsächlich ohne Schaden anzurichten.

Als der Designer dann aber eine Eisenkugel gegen eine der Panzerglasscheiben schmiss, wurde es plötzlich peinlich. "Oh my f***ing God", rief Musk, als die Scheibe zersplitterte.

Tesla

Ein zweiter Versuch mit einer zweiten Eisenkugel, dieses Mal weniger hart geworfen, trug auch nicht zur Verbesserung der Lage bei. Wieder zersplitterte das angeblich unzerstörbare Panzerglass.

"Wir wissen nicht was los ist", sagte Musk. "Wir bekommen das in den Griff."

An der Börse sorgte die PR-Panne nicht gerade für Begeisterung. Die Tesla-Aktie Chart zeigen sank bis Freitagabend um rund sechs Prozent an Wert, Musks beträchtliche Firmenanteile verloren 768 Millionen Dollar an Wert. Auch jetzt ist Musk allerdings noch rund 23,6 Milliarden Dollar schwer.

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Die zentrale Frage ist nun, ob Kunden den "Cybertruck" auf lange Sicht annehmen. Analysten sind in diesem Punkt gespalten. "Die Zerstörung des unzerstörbaren Panzerglases ist kein guter Start", urteilte Deutsche-Bank-Analyst Emmanuel Rosner trocken. Ben Kallo von der US-Investmentbank Baird indes merkte an, dass Panzergläser vielleicht nicht die relevantesten Bestandteile eines Autos sind - auch wenn das Malheur mit der Eisenkugel sicher gutes Meme-Futter sei.



insgesamt 178 Beiträge
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hubie 23.11.2019
1. Macht euch nicht lächerlich
Ja, dumm gelaufen die Präsentation. Aber ne Scheibe stabiler hinzubekommen schafft der allemal. Dass sowas 770 Millionen Dollar kosten soll, zeigt nur, was für ein realitätsfremdes System an den Börsen vorherrscht. Jenseits von jedem gesunden Menschenverstand.
mick richards 23.11.2019
2.
"Ein ingenieur hat konstruktionsglas, welches zur designentwicklung dient, ausversehen auch bei der präsentation verwendet", wäre eine mögliche notlüge gewesen. Aber im ernst, der fehler war so peinlich, das ein simpler austausch mit stabilerem glas darüber hinwegsehen lassen würde. Vorrausgesetzt es treten keine weiteren macken auf. Einen fahrreiz hat dieses vehikel auf jeden fall.
ocmone 23.11.2019
3. Nun ja...
Es dürfte weniger die kaputte Scheibe gewesen sein als mehr das polarisierende Design, welches an einen aufgebockten Lamborghini Countach aus den Achtzigern erinnert. Wird ein konservativer Redneck seinen geliebten Ford F-150 gegen so etwas austauschen wollen? Mit einem nüchternen Standard-Design wäre der Tesla Truck bei seinen atemberaubenden technischen Daten und dem guten Preis ein "No-Brainer" gewesen und hätte sich wohl wie geschnitten Brot verkauft. Aber das Design dürfte viele konservative Kunden abschrecken. Und diese Überlegung hat sich auf die Börse ausgewirkt.
eckawol 23.11.2019
4. Ohne die Volatilitäten der Märkte
wäre Musk vermutlich eher unglücklich. Jedenfalls müssen hinter ihm Personen und Institutionen mit Finanzen stehen, die die Märkte verstehen und die Volatilitäten nicht in Panik versetzt .
FescheLola 23.11.2019
5.
Zitat von hubieJa, dumm gelaufen die Präsentation. Aber ne Scheibe stabiler hinzubekommen schafft der allemal. Dass sowas 770 Millionen Dollar kosten soll, zeigt nur, was für ein realitätsfremdes System an den Börsen vorherrscht. Jenseits von jedem gesunden Menschenverstand.
Sie haben vollkommen Recht. Zumal die Erfindung und Konstruktion von Dingen immer mit dem Risiko behaftet ist, daß etwas schief geht. Das einzig entscheidende ist, den Fehler zu beheben. Aber für viele ist es natürlich bequemer, bräsig im Sessel zu sitzen und sich über Rückschläge anderer zu ereifern.
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