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11. Oktober 2017, 11:32 Uhr

Arabische Airlines

Emirates bietet Erzrivalen Etihad Bündnis an

Seit Jahren liefern sich die arabischen Fluglinien Emirates und Etihad einen harten Konkurrenzkampf, nun deutet sich eine Kooperation an. Verlierer könnte die Lufthansa sein.

Aus Erzfeinden könnten in der Luftfahrt angesichts des harten Konkurrenzkampfes Verbündete werden. Die arabische Fluggesellschaft Emirates öffnet ihrem Rivalen Etihad die Tür. Er könne sich eine enge Kooperation mit dem angeschlagenen Großaktionär von Air Berlin vorstellen, sagte Emirates-Präsident Tim Clark der Nachrichtenagentur Reuters. Eine Fusion sehe er zwar als unwahrscheinlich an, dies sei aber eine Sache der Eigentümer.

Eine engere Zusammenarbeit sei indes sinnvoll, sagte Clark. "Es gibt viele Bereiche, in denen die beiden Fluggesellschaften zusammenarbeiten könnten, wie die Beschaffung." Die Konzerne sollten die Optionen ausloten. Etihad müsste jedoch auf Emirates ebenfalls zugehen.

Mit dem Aufruf zu seinem Bündnis dürfte der Emirates-Chef auch versuchen, die im Frühjahr zwischen Etihad und der Lufthansa angekündigte engere Kooperation auszuhebeln und dem Rivalen eine Alternative anzubieten. Schnell könnte Emirates sich sonst abhängen lassen.

Teure Strategie

Nötig hätte Etihad eine Stärkung. Die Strategie, mit kleineren Airlines wie Air Berlin ein passgenaues Zubringernetz für die eigenen Langstreckenflüge aufzubauen, ist bislang vor allem teuer gewesen, aber bringt das Unternehmen nicht weit genug. Air Berlin verschlang so viel Geld, dass Etihad die weitere Unterstützung versagen musste, nun ist die deutsche Firma in die Insolvenz gegangen.

Schwierig dürfte ein Bündnis nicht nur angesichts der bislang harten Konkurrenz beider Airlines werden. Emirates-Chef Clark räumte ein, dass es gegen eine verstärkte Kooperation der beiden Carrier in einigen ausländischen Märkten Bedenken von Aufsichtsbehörden geben könnte.

Beide Fluggesellschaften sind in den Vereinigten Arabischen Emiraten ansässig. In den vergangenen zehn Jahren haben sich die staatlich gestützten Airlines einen erbitterten Wettbewerb um den Aufbau globaler Netzwerke von ihren Heimatflughäfen in Dubai-City und Abu Dhabi geliefert.

kig/Reuters

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