Arabische Airlines Emirates bietet Erzrivalen Etihad Bündnis an

Seit Jahren liefern sich die arabischen Fluglinien Emirates und Etihad einen harten Konkurrenzkampf, nun deutet sich eine Kooperation an. Verlierer könnte die Lufthansa sein.

A380 von Emirates
REUTERS

A380 von Emirates


Aus Erzfeinden könnten in der Luftfahrt angesichts des harten Konkurrenzkampfes Verbündete werden. Die arabische Fluggesellschaft Emirates öffnet ihrem Rivalen Etihad die Tür. Er könne sich eine enge Kooperation mit dem angeschlagenen Großaktionär von Air Berlin vorstellen, sagte Emirates-Präsident Tim Clark der Nachrichtenagentur Reuters. Eine Fusion sehe er zwar als unwahrscheinlich an, dies sei aber eine Sache der Eigentümer.

Eine engere Zusammenarbeit sei indes sinnvoll, sagte Clark. "Es gibt viele Bereiche, in denen die beiden Fluggesellschaften zusammenarbeiten könnten, wie die Beschaffung." Die Konzerne sollten die Optionen ausloten. Etihad müsste jedoch auf Emirates ebenfalls zugehen.

Mit dem Aufruf zu seinem Bündnis dürfte der Emirates-Chef auch versuchen, die im Frühjahr zwischen Etihad und der Lufthansa angekündigte engere Kooperation auszuhebeln und dem Rivalen eine Alternative anzubieten. Schnell könnte Emirates sich sonst abhängen lassen.

Teure Strategie

Nötig hätte Etihad eine Stärkung. Die Strategie, mit kleineren Airlines wie Air Berlin ein passgenaues Zubringernetz für die eigenen Langstreckenflüge aufzubauen, ist bislang vor allem teuer gewesen, aber bringt das Unternehmen nicht weit genug. Air Berlin verschlang so viel Geld, dass Etihad die weitere Unterstützung versagen musste, nun ist die deutsche Firma in die Insolvenz gegangen.

Schwierig dürfte ein Bündnis nicht nur angesichts der bislang harten Konkurrenz beider Airlines werden. Emirates-Chef Clark räumte ein, dass es gegen eine verstärkte Kooperation der beiden Carrier in einigen ausländischen Märkten Bedenken von Aufsichtsbehörden geben könnte.

Beide Fluggesellschaften sind in den Vereinigten Arabischen Emiraten ansässig. In den vergangenen zehn Jahren haben sich die staatlich gestützten Airlines einen erbitterten Wettbewerb um den Aufbau globaler Netzwerke von ihren Heimatflughäfen in Dubai-City und Abu Dhabi geliefert.

kig/Reuters



insgesamt 7 Beiträge
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jh2015 11.10.2017
1. Neue Allianzen
Tim Clark merkt, dass die neue Allianz zwischen Lufthansa und Etihad auch Emirates treffen wird . Hierzu zaehlt natuerlich auch der letzte Deal zwischen beiden , die A380 C - Checks bei Etihad Engineering durchfuehren zu lassen. Darueber hinaus kann Lufthansa Etihad auch indirekt Zugang zum Star Alliance Netzwerk liefern. Also ein Alarmzeichen fuer den " Dickfisch" in Dubai , der es bisher ja mehr oder weniger allein versucht. Kritisch fuer Lufthansa muss man allein die aktuellen Bestrebungen in den UAE sehen , mehr und mehr die Geschaefte " national" zu kontrollieren und zu gestalten. Solange Lufthansa aber weiter die Flotte des Abu Dhabi Scheichs betreut , behaelt sie einen extrem wichtigen Zugang zur Zentrale.
funny-smartie 11.10.2017
2. Großes mit Großem
Die Zeiten führender Luftfahrtgesellschaften (Lufthansa) sind rum. Die damalige Star Alliance hatte schon vergleichbare Absichten gehabt, allerdings war das Code-Sharing hierfür maßgebend gewesen. Genauso ist es mit den großen Umschlagplätzen im Morgenland. Wenn die kommende Jahre noch der neue Flughafen in Instabul eröffnet und Türkish Airways weiter aufrüstet, dann "Gute Nacht Lufthansa". Innerhalb Deutschlands ist aufgrund der engen Besiedelung kein Wachstum als meilenweites Drehkreuz möglich. Dafür werden zuviel "mittlere" Drehkreuze wie Frankfurt, München und Berlin (sofern mal in Betrieb geht) bedient.
hausfeen 11.10.2017
3.
Zitat von funny-smartieDie Zeiten führender Luftfahrtgesellschaften (Lufthansa) sind rum. Die damalige Star Alliance hatte schon vergleichbare Absichten gehabt, allerdings war das Code-Sharing hierfür maßgebend gewesen. Genauso ist es mit den großen Umschlagplätzen im Morgenland. Wenn die kommende Jahre noch der neue Flughafen in Instabul eröffnet und Türkish Airways weiter aufrüstet, dann "Gute Nacht Lufthansa". Innerhalb Deutschlands ist aufgrund der engen Besiedelung kein Wachstum als meilenweites Drehkreuz möglich. Dafür werden zuviel "mittlere" Drehkreuze wie Frankfurt, München und Berlin (sofern mal in Betrieb geht) bedient.
Na, na ... Nur wer sich Erdogan-freundlich zeigt, gar in seiner Partei ist, kann ohne Sorge dort umsteigen. Diese Expansionspläne werden von der türkischen Aussenpolitik konterkariert. Ähnlich dei wahnsinnigen Pläne für Londons Flughafenausbauten vom Brexit.
jojack 11.10.2017
4. Ach, woher denn
Zitat von funny-smartieDie Zeiten führender Luftfahrtgesellschaften (Lufthansa) sind rum. Die damalige Star Alliance hatte schon vergleichbare Absichten gehabt, allerdings war das Code-Sharing hierfür maßgebend gewesen. Genauso ist es mit den großen Umschlagplätzen im Morgenland. Wenn die kommende Jahre noch der neue Flughafen in Instabul eröffnet und Türkish Airways weiter aufrüstet, dann "Gute Nacht Lufthansa". Innerhalb Deutschlands ist aufgrund der engen Besiedelung kein Wachstum als meilenweites Drehkreuz möglich. Dafür werden zuviel "mittlere" Drehkreuze wie Frankfurt, München und Berlin (sofern mal in Betrieb geht) bedient.
Die Nahost-Airlines schienen jahrelang unaufhaltbar zu sein. Dank perfekter Lage, aus der nahezu alle Destinationen weltwelt per Direktflug erreichbar sind, aber auch dank Wettbewerbs verzerrender staatlicher Unterstützung konnten Emirates, Qatar und Ethihad wachsen, wachsen, wachsen. Mittlerweile sieht man allerdings deutliche Bremsspuren - selbst beim Primus Emirates. Lufthansa hat ebenfalls ein paar Trümpfe in der Hand. Mit Lufthansa Technik und LSG SkyChefs hat man einen starken Konzernverbund. Dank dichtem Flugnetz in Europa kann man die Langstrecke mit Zubringerflügen füllen. Und dank gutem Wirtschaften steht der Lufthansa-Konzern gut da. Klar ist aber auch: der Luftverkehrsmarkt in Europa steht weiterhin vor einer Konsolidierung. Nach wie vor sind zahlreiche staatlich gepäppelte nationale Fluglinien unterwegs, die nicht wirtschaftlich zu betreiben sind. Das kann kein Dauerzustand sein. Über kurz oder lang werden die verbliebenen kleinen Airlines verschwinden - die Lufthansa wird sich jedoch behaupten können.
Proggy 11.10.2017
5. Sehr optimistisch
Zitat von funny-smartieDie Zeiten führender Luftfahrtgesellschaften (Lufthansa) sind rum. Die damalige Star Alliance hatte schon vergleichbare Absichten gehabt, allerdings war das Code-Sharing hierfür maßgebend gewesen. Genauso ist es mit den großen Umschlagplätzen im Morgenland. Wenn die kommende Jahre noch der neue Flughafen in Instabul eröffnet und Türkish Airways weiter aufrüstet, dann "Gute Nacht Lufthansa". Innerhalb Deutschlands ist aufgrund der engen Besiedelung kein Wachstum als meilenweites Drehkreuz möglich. Dafür werden zuviel "mittlere" Drehkreuze wie Frankfurt, München und Berlin (sofern mal in Betrieb geht) bedient.
Solange das Flugbusiness auch von Vertrauen und Zuverlässigkeiten bestimmt wird (und damit auch Passagierzahlen generiert), wird alles was auch nur annähernd im Einflußbereich der türkischen Regierung (lies Erdogan) liegt, weder von Wachstum geprägt, noch international auf Erfolgskurs sein.
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