Ende einer Ära Puma-Chef Zeitz hat nach 17 Jahren genug vom Tagesgeschäft

Mit Puma hat Jochen Zeitz aus einer Fast-Pleite-Firma den drittgrößten Sportartikelhersteller der Welt geformt. Doch bald will sich der seit 1993 amtierende Unternehmenschef von seinem Posten zurückziehen. Zum Abschied verordnet er dem Konzern erneut einen Umbruch.

Jochen Zeitz: Künftig vor allem Puma-Kontrolleur
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Jochen Zeitz: Künftig vor allem Puma-Kontrolleur


Herzogenaurach - Der Sportartikelhersteller Puma Chart zeigen steht vor größeren Veränderungen. Das Unternehmen will sich in eine Europäische Aktiengesellschaft (SE) wandeln. Über den Formwechsel solle die ordentliche Hauptversammlung im April 2011 beschließen, teilte der Konzern am Montag mit.

Dadurch werde die bisherige Struktur bestehend aus Vorstand und Aufsichtsrat auf das international gebräuchliche Modell eines Verwaltungsrats umgestellt. Darüber hinaus würden geschäftsführende Direktoren das operative Geschäft verantworten.

Der langjährige Puma-Chef Jochen Zeitz gibt dann seinen Posten auf. Der seit 1993 amtierende Firmenchef solle nach der Umwandlung von Puma in eine SE künftig dem Verwaltungsrat vorstehen. "Bis alle dafür erforderlichen Maßnahmen getroffen sind und ein neuer Vorsitzender der Geschäftsführung (CEO) für Puma bestellt ist, wird Jochen Zeitz seine derzeitige Funktion bei Puma beibehalten", hieß es.

Puma könnte Jack Wolfskin kaufen

Zeitz hätte damit vor allem Kontrollfunktionen und nicht mehr die Zuständigkeit für das Tagesgeschäft. Zudem werde er künftig beim französischen Großaktionär PPR Leiter des neuen Unternehmensbereichs "Sport & Lifestyle". Puma gehört mehrheitlich zum französischen Luxusgüterkonzern Pinault-Printemps-Redoute (PPR). Wie nun bekannt wurde, hat PPR seinen Anteil an dem im MDax notierten Unternehmen auf etwas mehr als 71 Prozent aufgestockt.

PPR-Chef und Puma-Chefkontrolleur François-Henri Pinault sagte, der Bereich "Sport & Lifestyle" solle wachsen und werde vor allem dort zukaufen, wo Puma noch nicht präsent sei oder kurzfristig nicht zulegen könne.

Puma hatte zuletzt unter anderem seine Golf-Aktivitäten mit der Übernahme der Marke Cobra gestärkt. In der Branche wird die Firma unter anderem als Interessent für die zum Verkauf stehende Outdoor-Marke Jack Wolfskin gehandelt.

böl/Reuters/dpa-AFX



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