Energie-Deal Atomkraftwerk Biblis darf länger laufen

RWE hat die Lebenszeit seines Uralt-Atommeilers Biblis B künstlich verlängert: Der Energiekonzern übernimmt Stromkontingente eines stillgelegten Reaktors - und darf das Kraftwerk so ein weiteres Jahr am Netz lassen.

Atomkraftwerk Biblis: Stromkontingente aus Stade halten Reaktor am Netz
AP

Atomkraftwerk Biblis: Stromkontingente aus Stade halten Reaktor am Netz


Biblis/München - Eines der ältesten Atomkraftwerke Deutschlands bleibt nach Angaben des Betreibers RWE wie geplant länger am Netz. Auf das Kernkraftwerk Biblis B in Südhessen sei eine Reststrommenge von 8100 Gigawattstunden vom stillgelegten Kernkraftwerk Mülheim-Kärlich übertragen worden, bestätigte RWE Chart zeigen am Dienstag.

Laut einem Sprecher des Energiekonzerns kann Biblis B damit unter Volllast bis Ende 2011 oder Anfang 2012 laufen, also fast ein Jahr länger als gedacht. Ohne den Transfer hätte der Reaktor nach dem bestehenden Atomkonsens im Januar kommenden Jahres abgeschaltet werden müssen. Bereits im Mai hatten sich die Konzerne E.on und RWE auf eine Übertragung von Strommengen des stillgelegten Kernkraftwerks Stade auf den Reaktor Biblis A geeinigt.

Für das stillgelegte Kraftwerk Mülheim-Kärlich wurde laut RWE festgelegt, dass von einer Strommenge von gut 107.000 Gigawattstunden ohne behördliche Zustimmung rund 21.500 auf Biblis B übertragen werden dürfen.

Ein Zwischenfall in dem hessischen Kraftwerk hatte am Freitag die Behörden vorübergehend in Alarmbereitschaft versetzt: Durch Wartungsarbeiten im Block B wurde die Stromversorgung kurzzeitig unterbrochen, ein Teil des Notfallsystems für den Block war für etwa eine Minute spannungslos.

can/dpa/ddp/AFP



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