Energie-Revolution Minikraftwerke sollen Atomstrom verdrängen

Der Ökostromanbieter Lichtblick will mit Volkswagen den Strommarkt aufmischen: Zigtausende Blockheizkraftwerke der Marke VW sollen nach SPIEGEL-Informationen demnächst in normalen Wohnhäusern eingebaut werden. So könnten mindestens zwei Atomkraftwerke ersetzt werden.
Wohnhäuser, Kühltürme des Kernkraftwerks in Grohnde: Außergewöhnlicher Plan

Wohnhäuser, Kühltürme des Kernkraftwerks in Grohnde: Außergewöhnlicher Plan

Foto: Thomas Starke/ Getty Images

Hamburg - Der Plan ist ambitioniert - und soll noch in dieser Woche unterzeichnet werden. Der Hamburger Ökostromanbieter Lichtblick und der Autokonzern Volkswagen wollen einen weltweit gültigen Exklusivvertrag zum Bau und zur Vermarktung hocheffizienter Minikraftwerke abschließen. Nach Informationen des SPIEGEL ist vorgesehen, dass demnächst mindestens zwei große Atomkraftwerke oder Kohlenmeiler durch gasbetriebene Blockheizkraftwerke der Marke VW ersetzt werden.

Die kleinen Anlagen werden nach Planung der beiden Unternehmen demnächst zu Zigtausenden in den Kellern normaler Wohngebäude installiert. Dort sollen sie die notwendige Wärme für Heizungen und Warmwasserbedarf bereitstellen. Gleichzeitig können die Anlagen gewaltige Mengen Strom in das öffentliche Netz einspeisen.

Dank intelligenter Steuerung und Vernetzung soll dies vorzugsweise dann passieren, wenn am Markt ein hoher Strombedarf besteht. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn nach veränderten Wetterlagen Tausende Windräder wenig oder gar keinen Strom produzieren. Durch die äußerst schnellen Reaktionszeiten, heißt es bei Lichtblick, könnten dann 1000, 10.000 oder auch 100.000 Anlagen blitzschnell zu einer Art virtuellem Großkraftwerk zusammengeschaltet werden, um die notwendige Menge Strom in das öffentliche Netz einzuspeisen.

Für den Ausbau der erneuerbaren Energien wäre das ein weiterer Fortschritt. Teure Schattenkraftwerke, die heute zum Ausgleich der schwankenden Strommengen bereitstehen, könnten möglicherweise eingespart werden.

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