Unbezahlte Rechnungen Versorger schalten weniger Haushalten den Strom ab

Wer Rechnungen nicht zahlt und Mahnungen ignoriert, muss mit einer Stromsperre rechnen. Die Stromversorger haben 2018 laut Bundesnetzagentur zwar weniger zu dieser drastischen Maßnahme gegriffen - aber häufiger damit gedroht.

Strommasten vor einem Wohngebiet: 2018 wurden 296.000 Haushalten der Strom abgestellt
Thomas Frey / DPA

Strommasten vor einem Wohngebiet: 2018 wurden 296.000 Haushalten der Strom abgestellt


Weniger Menschen in Deutschland haben im vergangenen Jahr wegen ausstehender Zahlungen den Strom abgestellt bekommen. Im vergangenen Jahr hat es laut der Bundesnetzagentur 296.000 Stromsperren gegeben und damit etwa zehn Prozent weniger als 2017, als es noch 330.000 Stromsperren gab. Das ergibt sich aus einem Auszug des Monitoring-Berichts der Bundesnetzagentur.

Diese drastischen Maßnahmen betrafen damit 0,6 Prozent aller Stromanschlüsse. Einen Grund für den Rückgang der Stromsperren nannte die Behörde nicht. Deshalb ist nicht klar, ob mehr betroffene Stromkunden bereit waren zu zahlen.

Beim Gas drehten die Netzbetreiber 33.000 Haushalten die Zufuhr ab. Das war ein deutlicher Rückgang um etwa 5000.

Mehr Sperrandrohungen

Die Zahl der sogenannten Sperrandrohungen fiel beim Strom mit 4,9 Millionen etwas höher aus, 2017 waren es noch 4,8 Millionen. Allerdings ist diese Zahl nur bedingt aussagekräftig: So drohen einige Stromfirmen sehr schnell damit, den Strom abzudrehen - häufig auch, wenn Kunden schon gezahlt haben.

Wem tatsächlich einmal eine Sperrandrohung ins Haus flattert, der muss nicht unbedingt in Hektik verfallen. Denn eine Unterbrechung der Strom- oder Gaszufuhr darf erst frühestens vier Wochen nach solch einer Drohung durchgeführt werden - wer in der Zwischenzeit zahlt, sitzt auch nicht im Dunkeln. Das Datum der Sperrung wiederum muss dem Kunden drei Werktage davor mitgeteilt werden.

kko/dpa



insgesamt 2 Beiträge
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lean.leanparker 25.10.2019
1. Gibt es bei Versorgung keine Korruption?
Und wenn ein Verbraucher ein hartnäckiger Stromschuldner ist und seine Versorgung nie unterbrochen wurde, auch wenn er mehr als eine unbezahlte Rechnung im Rückstand hat?
K:F 25.10.2019
2. Fernseher darf nicht weggenommen werden
Strom darf aber abgestellt werden. Was nützt ein Fernseher ohne Strom? Der Gerichtsvollzieher darf einen Fernseher nicht pfänden, gehört zu den Grundbedürfnissen. Strom dürfen die Versorger abstellen? Was für eine Logik.
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