Geschäftsjahr 2012 E.on verkündet Milliardengewinn

Deutschlands größter Energiekonzern E.on hat im vergangenen Jahr einen Gewinn von 2,2 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das ist offenbar aber nur ein Zwischenhoch: Für 2013 erwartet das Unternehmen einen geringeren Überschuss.
E.on-Chef Teyssen bei Bilanzpressekonferenz: Drohung mit Stilllegungen

E.on-Chef Teyssen bei Bilanzpressekonferenz: Drohung mit Stilllegungen

Foto: Rolf Vennenbernd/ dpa

Düsseldorf - Für E.on geht es wieder aufwärts: Nach einem Milliardenverlust im Zuge der Energiewende im Jahr 2011 hat Deutschlands größter Energieversorger 2012 einen Gewinn in gleicher Höhe eingefahren. E.on habe einen Überschuss von rund 2,2 Milliarden Euro verbucht, teilte der Konzern mit. Der Umsatz sei um 17 Prozent auf rund 132 Milliarden Euro gestiegen. Erst am Dienstag hatte E.on den Vertrag mit Vorstandschef Johannes Teyssen bis Ende 2018 verlängert.

Seinen Aktionären will E.on eine Dividende von 1,10 Euro je Anteilsschein zahlen. Das sind zehn Prozent mehr als im letzten Jahr. Damals zahlte E.on trotz Milliardenverlust für das Geschäftsjahr 2011 einen Euro je Aktie.

Allerdings erwartet E.on   für das laufende Jahr einen Gewinnrückgang. Das hatte der Konzern bereits im Januar angekündigt und bekräftigte diese Einschätzung nun. Konzernchef Teyssen will mit Unternehmensverkäufen Geld in die Kasse bringen, unter anderem sollen Anteile der Uranfirma Urenco spätestens im kommenden Jahr veräußert werden. Den Wert der Anteile und der ebenfalls zum Verkauf stehenden Töchter E.on Mitte und E.on Westfalen Weser bezifferte der Konzern auf über zwei Milliarden Euro.

Teyssen nutzte die Bilanzpressekonferenz auch, um der Politik mit der Stilllegung von Gaskraftwerken zu drohen. Diese seien derzeit kaum rentabel, obwohl sie beim Umbau des Stromsystems auf erneuerbare Energie als Sicherheitspuffer dringend gebraucht würden, weil sie schnell zu- und abgeschaltet werden können.

Grund für die mangeldne Wirtschaftlichkeit ist zum einen der Boom der Wind- und Sonnenenergie, zum anderen sind derzeit wegen der eingebrochenen Preise für CO2-Zertifikate die viel klimaschädlicheren Kohlekraftwerke deutlich wirtschaftlicher als Gaskraftwerke. Wenn diese weiter betrieben werden sollen, will E.on dafür zusätzliches Geld. Die Politik müsse hier die Energiewirtschaft unterstützen, forderte Teyssen. "Sonst müssen wir Anlagen stilllegen."

fdi/AFP
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