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Energiekrise in Deutschland Nur ein Drittel der Unternehmen hat einen Notfallplan

Die steigenden Gas- und Strompreise werden zunehmend zum Problem für viele Firmen. Laut einer Umfrage sind allerdings nur wenige darauf vorbereitet.
aus DER SPIEGEL 40/2022
Bürogebäude in Frankfurt

Bürogebäude in Frankfurt

Foto: Andreas Arnold / dpa

Trotz der monatelangen Gaskrise haben sich nur wenige Firmen in Deutschland systematisch darauf vor­bereitet, dass ihnen die Energie ausgehen könnte. Nur knapp ein Drittel, 29 Prozent, haben einen Notfallplan. Das geht aus der aktuellen Randstad-Ifo-Befragung von gut 700 Personalleitern hervor. Vor allem kleine Betriebe tun sich mit Notfall­plänen schwer.

In der Größenklasse bis 49 Mitarbeitende liegt der Anteil nur bei 15 Prozent, bei mehr als 500 Beschäftigten steigt er auf 60 Prozent. Zugleich gaben mehr als 90 Prozent der Befragten an, dass ihr Betrieb bereits unter den steigenden Kosten in der Energiekrise leide, aber auch unter mangelnder Planbarkeit des Geschäfts und schlechter Stimmung in den Belegschaften. Die Personalverantwortlichen wurden befragt, mit welchen Maßnahmen sie auf Energie­engpässe reagieren wollen. Am häufigsten wurde die Senkung der Gebäudetemperatur genannt, auch den Abbau von Überstunden und Urlaub halten viele für wahrscheinlich – damit kann man rasch den Betrieb einbremsen. Immerhin 32 Prozent sehen eine gezielte Drosselung der Geschäftstätigkeit als eine mögliche Maßnahme an, etwa indem man die Produktion reduziert oder Servicezeiten kürzt.

Eine gute Nachricht für die Beschäftigten: Derzeit können sich nur 23 Prozent der Befragten vorstellen, Personal zu reduzieren, eine hohe Wahrscheinlichkeit sehen sogar nur sieben Prozent. Lieber schicken die Personalverantwortlichen ihre wertvollen Fachkräfte in Kurzarbeit – und können sie so dauerhaft halten. Das sagen 42 Prozent, in der Industrie sogar knapp zwei Drittel.

Aus: DER SPIEGEL 40/2022

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