Drosselung der Energiewende Koalitionspläne lassen Windkraftaktien abstürzen

Union und SPD wollen die Energiewende drosseln - und verunsichern damit viele Anleger, die bisher in Windkraft investiert haben. Die Aktien führender Windradbauer brechen ein, das Unternehmen Nordex verliert zeitweise fast ein Viertel seines Firmenwerts.
Windräder in der Nähe von Hannover: Überförderter Norden

Windräder in der Nähe von Hannover: Überförderter Norden

Foto: Hauke-Christian Dittrich/ dpa

Hamburg - Für die Hersteller von Windturbinen bahnt sich ein Fiasko an der Börse an. Die Aktienkurse führender Firmen wie Nordex  , Vestas   oder PNE Wind brachen am Montag ein. Beim deutschen Hersteller Nordex betrug das Minus zeitweise knapp 25 Prozent, bei PNE Wind ging es um mehr als 16 Prozent nach unten.

Grund für die Turbulenzen sind die Pläne zur Kappung der Ökostromförderung, die in den Koalitionsverhandlungen besprochen werden. Union und SPD hatten sich am Wochenende auf erste Eckpunkte für ein neues Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) geeinigt. Den Bau von Wind-, Sonnen- oder Biogas-Kraftwerken wollen die Parteien begrenzen, um die Kosten der Energiewende zu dämpfen. Besonders treffen die Einschnitte die Windbranche an der Küste. Bei windstarken Standorten sollen die Fördersätze deutlich sinken, um Überförderungen abzubauen.

Nordex   selbst sieht die geplanten Einschnitte nach eigenen Angaben gelassen. Für das Unternehmen seien die Pläne wenig bedrohlich, da es nur noch zehn Prozent seines Geschäfts in Deutschland mache, sagte ein Sprecher. Die bestehenden Unsicherheiten über die Fördermodalitäten seien aber ein Risiko für die Branche, da Banken sich in dieser Situation mit Finanzierungszusagen zurückhielten. "Das macht derzeit den Markt kaputt", sagte der Sprecher.

Dass die Windanlagen gerade in Norddeutschland derzeit zu hohe Förderungen erhalten, räumt selbst die Branche ein. Nordex hält deshalb eine "regionale, maßvolle Umverteilung" für sinnvoll und verkraftbar.

stk/Reuters
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