Energiewende E.on will Finanzinvestoren an Hochsee-Windparks beteiligen

Die Offshore-Windenergie gilt als Schlüsseltechnik für den Atomausstieg - dementsprechend groß ist der Bedarf an neuen Hochsee-Windparks. Der Stromkonzern E.on will mit einem neuen Beteiligungsmodell das nötige Kapital dafür auftreiben: Vor allem risikoscheue Finanzinvestoren sollen einsteigen.
Offshore-Windpark: Mit Finanzpartnern noch größere Projekte stemmen

Offshore-Windpark: Mit Finanzpartnern noch größere Projekte stemmen

Foto: Joern Pollex/ Getty Images

Hamburg - Neue Windparks auf hoher See sind teuer - der Energiekonzern E.on versucht nun, Finanzinvestoren an seinen Offshore-Projekten zu beteiligen und so noch größere Vorhaben anpacken zu können. Derzeit liefen erste Gespräche mit Interessenten, sagte Mike Winkel, Chef der Konzerntochter Climate & Renewables, der "Financial Times Deutschland". E.on sei bereit, Minderheitsbeteiligungen an Windparks abzugeben, sagte Winkel.

In den kommenden fünf Jahren will der Konzern selbst sieben Milliarden Euro in den Ausbau seiner Kapazitäten bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen investieren. Die Beteiligung von Investoren könnte wie eine Art Hebel auf dieses Kapital wirken. Der größte Energieversorger Deutschlands hofft, dass sich Finanzinvestoren für diese Variante interessieren, um vom Umbau der deutschen Energiewirtschaft zu profitieren.

E.on will die Entscheidungshoheit bei den Projekten jedoch nicht aus der Hand geben. Nach dem nun bekanntgemachten Modell sorgt der Energiekonzern für die Entwicklung und operative Führung der Projekte und reserviert sich die Mehrheit der Anteile. Als Investoren hat E.on   eher risikoscheue Investoren wie Pensionsfonds oder Rückversicherungen im Blick. Diese sind bisher an kapitalintensiven Infrastrukturanlagen wie Strom- oder Gasnetzen beteiligt. Dieses Geschäft gilt als risikoarm, aber immer noch renditeträchtiger als zum Beispiel Staatsanleihen.

Der Ausbau der Windenergie hinkt derzeit den ehrgeizigen Plänen der Bundesregierung weit hinterher. Laut einer aktuellen Bilanz des Bundesverkehrsministeriums stehen bisher gerade einmal 27 Windräder im deutschen Gebiet der Nord- und Ostsee. Bis zum Jahr 2030 sollen es 10.000 sein. Immerhin ist bereits der Bau von 2000 Offshore-Windrädern genehmigt. Hemmnisse für einen schnelleren Ausbau sind unter anderem Probleme bei der Anbindung an das Stromnetz am Festland und ein Mangel an speziellen Ausrüsterschiffen für die Errichtung der Windparks.

fdi/Reuters
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