Energiewende Regierung erwartet stark steigenden Strompreis

Bis zu 175 Euro im Jahr: So viel könnte die Energiewende nach SPIEGEL-Informationen deutsche Haushalte kosten. Das Wirtschaftsministerium und ein Forschungsinstitut rechnen mit einem kräftigen Preisanstieg.
Überlandleitungen in Sachsen:

Überlandleitungen in Sachsen:

Foto: Jürgen Lösel/ picture-alliance/ dpa

Hamburg - Wie teuer wird die Energiewende wirklich? Diese Frage wird heiß diskutiert, seitdem die schwarz-gelbe Bundesregierung sich zum schnellen Ausstieg aus der Atomenergie entschieden hat. Bislang versichern Vertreter der Bundesregierung noch, dass die Energiewende die Bundesbürger kaum belaste.

Nach Informationen des SPIEGEL müssen die Deutschen in Folge der Beschlüsse jedoch mit drastisch steigenden Strompreisen rechnen. Das geht aus einer internen Berechnung des Bundeswirtschaftsministeriums hervor. Demnach wird erwartet, dass die Kilowattstunde Strom zunächst um 0,5 bis 1,5 Cent teurer wird. Mittelfristig könne der Strompreis um bis zu fünf Cent steigen.

Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung rechnet laut SPIEGEL ebenfalls mit einem deutlichen Preisschub um bis zu fünf Cent. Ursache sei der planlose Ausbau der erneuerbaren Energien, vor allem der zu teuren und ineffizienten Photovoltaik.

Ein Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden würde demnach um bis zu 175 Euro zusätzlich im Jahr belastet. Dieser Anstieg geht deutlich über frühere Vorhersagen hinaus. So hatte EU-Energiekommissar Günther Oettinger gesagt, es gehe "um ein bis zwei Cent pro Kilowattstunde". Zwar sind die Deutschen laut einer Umfrage bereit, für atomkraftfreien Strom Mehrkosten in Kauf zu nehmen. Allerdings nannte eine Mehrheit dabei einen monatlichen Zusatzbetrag von zehn Euro als Schmerzgrenze.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lobte die Energiewende am Samstag als "einzigartige Chance" für ihre Partei. Beim Landesparteitag der baden-württembergischen CDU in Ludwigsburg sagte Merkel: "Ich traue Grünen und SPD nicht zu, dass sie die Energiewende schaffen, und dass Deutschland umweltfreundlich und Industrieland bleiben kann." Die CDU sei schon immer erfolgreich dabei gewesen, "wirtschaftliche Stärke, Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit zusammenzubringen".

dab/dpa
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