Energiewende Vorwärts in die Schwarmstrom-Revolution

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5. Teil: Eldorado für Dienstleister


Der Energiemarktplatz, der durch die Modernisierung der Infrastruktur entsteht, soll nach Vorstellung der Bundesregierung zahlreiche neue Geschäftsideen befeuern. Tatsächlich bietet ein System, in dem Energie nach Angebot und Nachfrage gehandelt wird, massenhaft Betätigungsfelder für Dienstleister und Start-ups.

So entwickeln Firmen wie PSI und energy&meteo systems in Pilotprojekten der Regierung Prognosesysteme, die Preisschwankungen auf Basis von Wetterdaten und Verhaltensstatistiken vorhersagen. "Denkbar sind zudem Dienstleister, die den Stromverkauf zahlreicher Mini-Kraftwerke bündeln, um auf dem Energiemarkt bessere Preise herauszuschlagen", sagt Experte Karg. Solche Verfahren entwickelt etwa die Firma in.power. Andere Unternehmer könnten sich zu Experten für Home-Management-Systeme entwickeln und gegen eine Gebühr private oder gewerbliche Lastprofile optimieren.

Zudem werde es Dienstleister geben, die brauchbare Abrechnungssysteme für die flexiblen Stromtarife entwickeln - und es dem Verbraucher ermöglichen, die Übersicht zu behalten. Mobile Software, unter anderem iPhone-Apps, dürften hierbei eine wichtige Rolle spielen. Charmant ist auch die Lösung, die eigenen Stromzähler twittern zu lassen, mit der die EnBW-Tochter YelloStrom experimentiert.

Eine interessante Tarifidee wird derzeit in der E-Energy-Region Smart Watts entwickelt: Die Soptim AG entwickelt dort die Verbrauchswerte zu Einheiten eines Währungssystems weiter. Jede Kilowattstunde, die durch die Leitungen geschickt wird, ist in der Modellregion Aachen mit Zusatzinformationen versehen. Sie weist etwa aus, ob sie aus einer fossilen oder erneuerbaren Energiequelle kommt - und ist entsprechend ihrer Herkunft unterschiedlich teuer.

Findige Start-ups können außerdem Geschäftsideen für ein Energienetz 2.0 entwickeln. Denkbar sind etwa soziale Netzwerke, die das ökologische Verhalten der Nutzer schärfen. So könnte ein schlauer Stromzähler den Energieverbrauch und -bezug einer Person direkt in ihr Nutzerprofil einpflegen - und mit den Ökoprofilen anderer Community-Mitglieder vergleichen.

In den USA bläst eine neue Start-up-Generation auf diesem Weg schon zur Ökorevolution im Internet. Web-Vordenker attestieren dem Netz vor allem in zwei Punkten das Potential, unser Umweltdenken zu revolutionieren: Es kann erstens unsichtbare Umweltsünden sichtbar machen. Zweitens löst es Umweltsünder aus der Isolation. Entstehen soll ein kollektives Gewissen, das uns zwingt, unseren Umgang mit Energie kritischer zu reflektieren.

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querdenker13 30.09.2009
1. Die werden nicht weniger verdienen!!!
Zitat von sysopEE-Autos, intelligente Waschmaschinen, Kleinkraftwerke im Keller: Deutschland steht vor einer Energierevolution. Die Kräfteverhältnisse zwischen Verbrauchern und Versorgern verschieben sich dabei grundlegend. verlieren die Konzerne die Kontrolle? Oder werden sie ihre Macht zementieren?
Die großem 4 werden immer Mittel und Wege finden der Bevölkerung das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Rainer Daeschler, 30.09.2009
2.
Zitat von sysopEE-Autos, intelligente Waschmaschinen, Kleinkraftwerke im Keller: Deutschland steht vor einer Energierevolution. Die Kräfteverhältnisse zwischen Verbrauchern und Versorgern verschieben sich dabei grundlegend. verlieren die Konzerne die Kontrolle? Oder werden sie ihre Macht zementieren?
So lange sie Mittel und Wege finden politische Entscheidungsträger zu verwöhnen, wird ihnen die Kontrolle nicht entgleiten. Man muss sie nur in Beiräten einbinden und kann sie so mit verhältnismäßig geringen Beträgen, wie 3100,- € im Jahr, gewogen halten. Erwartet man mehr von den Begünstigten, offeriert man Aufsichtsratssitze in Töchtern, das ist nicht so auffällig wie bei der Konzernmutter selber, oder auch berufliche Perspektiven.
Hartmut Dresia, 01.10.2009
3.
Zitat von querdenker13Die großem 4 werden immer Mittel und Wege finden der Bevölkerung das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Grundsätzlich gehören Energieversorgungsunternehmen in öffentliche Hände. Hier sind die Kommunen besonders gefordert, da zum Beispiel über Gewinne der Energieversorger der öffentliche Personennahverkehr gefördert werden kann. Gerdae jetzt, da dem Arbeitsmarkt das Wasser bis zum Hals steht (http://www.plantor.de/2009/dem-arbeitsmarkt-steht-das-wasser-bis-zum-hals/), wären EVU in öffentlicher Hand auch sehr geeignet, um wirkungsvolle arbeitsmarktpolitische Impulse zu unterstützen.
AndyH 01.10.2009
4.
Zitat von Hartmut DresiaGrundsätzlich gehören Energieversorgungsunternehmen in öffentliche Hände. Hier sind die Kommunen besonders gefordert, da zum Beispiel über Gewinne der Energieversorger der öffentliche Personennahverkehr gefördert werden kann. Gerdae jetzt, da dem Arbeitsmarkt das Wasser bis zum Hals steht (http://www.plantor.de/2009/dem-arbeitsmarkt-steht-das-wasser-bis-zum-hals/), wären EVU in öffentlicher Hand auch sehr geeignet, um wirkungsvolle arbeitsmarktpolitische Impulse zu unterstützen.
Das hatten wir schon. Soll man zurückverstatlichen?
Rainer Daeschler, 01.10.2009
5.
Zitat von AndyHDas hatten wir schon. Soll man zurückverstatlichen?
Dafür spricht einiges, doch in der Praxis nicht in allen Fällen machbar. Schließlich wurden auch ausländische Staastunternehmen eingeladen, sich in Deutschland dumm und dämlich zu verdienen. Frankreich mit 45,01% an der EnBW Schweden mit 100% an Vattenfall Das gibt einen internationalen Scherbenhaufen, wenn man versucht ihnen diese Pfründe wieder zu entreißen.
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