Entschädigung für Lieferengpass Bahn fordert von Siemens Gratis-ICE

Der Bahn reißt der Geduldsfaden: Weil Siemens die Lieferung bestellter Züge um Monate verzögert, fordert das Unternehmen nun eine Entschädigung. Bahn-Chef Grube will einen 30 Millionen Euro teuren ICE der dritten Generation - kostenlos.
Neubau in einer Krefelder Siemens-Fabrikationshalle: Gratis-ICE als Entschädigung

Neubau in einer Krefelder Siemens-Fabrikationshalle: Gratis-ICE als Entschädigung

Foto: Roland Weihrauch/ picture alliance / dpa

Berlin - Die Deutsche Bahn verhandelt mit Siemens laut einem Zeitungsbericht über die Lieferung eines kostenlosen ICE-3-Zugs im Wert von etwa 30 Millionen Euro. Grund sind die andauernden Lieferschwierigkeiten bei Siemens, wie die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet.

Hersteller Siemens soll wegen technischer Probleme 16 bereits bestellte und bezahlte ICE-3-Züge im Wert von 500 Millionen Euro nicht fristgerecht liefern können. Eigentlich sollten sie der Bahn bereits Ende 2011 zur Verfügung gestellt werden. Wegen technischer Probleme bei Siemens sind die Züge aber wohl frühestens Ende 2012 fertig.

Die Bahn benötigt die Züge dringend, da es an Reserve fehlt. Die Flotte muss aufgrund von Achsproblemen häufiger in die Werkstatt als geplant.

Laut "Bild am Sonntag" haben sich Siemens-Chef Peter Löscher und Bahn-Chef Rüdiger Grube bereits auf den Deal verständigt. Alternativ erwarte man bei der Bahn eine "monetäre Entschädigung" in gleicher Höhe. Ein Bahnsprecher bestätigte, dass es Verhandlungen über einen 17. Zug gegeben habe. Konkrete Vereinbarungen seien bisher aber nicht getroffen worden.

"Es ist uns sehr unangenehm, dass es diese Verzögerungen gibt, daher verhandeln wir mit der Bahn über einen Ausgleich dafür", sagte eine Siemens-Sprecherin, die Frage nach dem Gratis-ICE ließ sie jedoch offen. Die Lieferschwierigkeiten seien auf Probleme mit einem Zulieferer bei der Zugsicherheitstechnik zurückzuführen und sorgten derzeit für Zulassungsprobleme. Rechtzeitig zum Winterfahrplanwechsel sollen aber zehn der bestellten Züge ausgeliefert werden.

jus/dapd/dpa