Entscheidung des Verwaltungsrats GM stellt Bedingungen für Opel-Verkauf an Magna

Opel wird an einen Investor verkauft: Der Verwaltungsrat von General Motors hat sich mehreren Nachrichtenagenturen zufolge für eine Trennung von der deutschen Tochter ausgesprochen, wird dafür aber Bedingungen stellen. Demnach erhält Magna den Zuschlag.

Opel-Werk in Eisenach: Hoffnung auf Magna-Übernahme
DPA

Opel-Werk in Eisenach: Hoffnung auf Magna-Übernahme


Berlin - Der US-Konzern General Motors (GM) ist grundsätzlich zur Abgabe des Autobauers Opel bereit. Das bestätigte die Opel-Treuhandgesellschaft am Donnerstag. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE informiert der GM-Chefunterhändler John Smith die Bundesregierung zu dieser Stunde im Berliner Wirtschaftsministerium über die Details. Im Anschluss will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine Erklärung abgeben. Um 16.15 Uhr informieren dann Smith und der Vorsitzende der Treuhandgesellschaft, Fred Irwin, bei einer Pressekonferenz über die Entscheidung, hieß es in der Mitteilung.

Der GM-Verwaltungsrat habe Magna als Käufer empfohlen, berichteten die Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, AP, Dow Jones und der russische Dienst Interfax am Donnerstag. Laut Reuters will GM für den Verkauf an einen Investor Bedingungen stellen - welche, wurde zunächst nicht bekannt. Die endgültigen Details müssten noch ausgehandelt werden, hieß es. Eine endgültige Vereinbarung könnte sich damit bis nach der Bundestagswahl Ende September hinziehen.

Aus Berliner Koalitionskreisen hieß es: "Wir haben jetzt eine Lösung, die den Wahlkampf der Kanzlerin nicht belastet. Ob Magna die Auflagen von GM erfüllen kann, wird vor dem Wahltag wohl nicht zu klären sein. Danach sieht man weiter."

Am Dienstag und Mittwoch hatte am GM-Firmensitz in Detroit eine Verwaltungsratssitzung stattgefunden. Das neu formierte Kontrollgremium musste seine Empfehlung für eines der vier möglichen Zukunftsszenarien für Opel - einen Verkauf an einen der beiden Investoren Magna oder RHJI, den Verbleib im GM-Konzernverbund oder aber die Insolvenz - aussprechen.

Das letzte Wort hat die Opel-Treuhand

Diese Empfehlung ist Voraussetzung für die endgültige Entscheidung über die Zukunft der Rüsselsheimer. Denn erst anschließend kann der Beirat der Opel-Treuhand seine Entscheidung fällen. Die Treuhandgesellschaft verwaltet aktuell knapp zwei Drittel der Opel-Anteile. Der Beirat agiert quasi als Aufsichtsrat des Gremiums. In seiner Entscheidungsfindung berücksichtigt der Beirat sowohl die Empfehlung von GM als auch die Interessen der Bundesregierung sowie der beteiligten Bundesländer (siehe Kasten links).

Magna würde zusammen mit der russischen Sberbank und dem Autohersteller Gaz bei Opel einsteigen. Damit hätte sich der Wunschkandidat von Bund und Ländern durchgesetzt. Deutschland wollte das Konsortium Magna/Sberbank nach früheren Angaben mit 4,5 Milliarden Euro unterstützen. Auch wollte GM bei einem Verkauf an Opel beteiligt bleiben.

Magna gilt als einer der weltweit größten Autozulieferer. Allein in Deutschland unterhält der österreichisch-kanadische Konzern 35 Fabriken, weltweit sind es rund 240 Produktionsstätten. Magna International beschäftigt etwa 70.000 Mitarbeiter und erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 23,7 Milliarden Dollar. Unter dem Strich stand ein Gewinn von mehr als 70 Millionen Dollar (nähere Angaben: siehe Fotostrecke links).

Zweiter Bieter neben Magna war der Finanzinvestor RHJ International. Das belgische Investmentunternehmen konzentriert sich auf Unternehmen im Umbruch. Nach eigenen Angaben investiert RHJI vor allem in Firmen mit Managementproblemen, aber großem Wachstumspotential. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Japan.

ssu/yes/dpa/Reuters



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Seite 1
AndyH 10.09.2009
1.
Gewinn machen.
schlob 10.09.2009
2.
Zitat von AndyHGewinn machen.
a.sie wollen merkel nicht schaden- aber b) trotzdem opel behalten.- ich tippe mal: die bedingungen werden völlig unannehmbar sein.
kdshp 10.09.2009
3.
Zitat von sysopOpel wird an einen Investor verkauft: Der Verwaltungsrat von General Motors hat sich mehreren Nachrichtenagenturen zufolge für eine Trennung von der deutschen Tochter ausgesprochen, wird dafür aber Bedingungen stellen. Demnach erhält Magna den Zuschlag. Was will GM wirklich?
Hallo, druck machen um so von der CDU/CSU/FDP mehr zugeständnisse zu belommen also auch cash (geld). Der mann bei GM ist ein kaufmann das ist sein job das scheint aber nur herr guttenberg zu raffen wird aber von der CDU und gerade von frau merkel gebremst. ES sind ja auch wahlen und hier möchte ich aber auch mal die presse kritisieren die aus meiner sicht nur noch berichetet aber nicht mehr journalistisch hinterfragt ! Gerade frau merkel wird wie ein rohes ei behandelt wohl eien art frauen bonus !
AndyH 10.09.2009
4.
Zitat von schloba.sie wollen merkel nicht schaden- aber b) trotzdem opel behalten.- ich tippe mal: die bedingungen werden völlig unannehmbar sein.
Nicht gesagt. Sie behalten ein Sperrminorität, am sonsten holen so viel (Bar-)Geld ab wie die Russen und Frau Merkel lockermachen können. Magna übernimmt lediglich die Management und wirkt als Sündenbock, falls doch paar Leute gefeuert werden. Geld hat Magna schon lange keine, die fahren Verluste ein. GM wird als Sperrminorität und größte Kunde (auch bei Magna) bestimmen wo es langgeht.
kdshp 10.09.2009
5.
Zitat von schloba.sie wollen merkel nicht schaden- aber b) trotzdem opel behalten.- ich tippe mal: die bedingungen werden völlig unannehmbar sein.
Hallo, das ist aber wohl die absicht also das frau merkel eben zustimmt egal was GM fordert. Wenn er frau merkel anruft dann ist sie ja wohl DIE PERSON die das entscheiden kann/wird. Ja frau merkel jetzt aber mal butter bei de fische wieviel mrd wollen sie noch einer privaten firma geben ?! Opel-Zukunft GM-Chef teilt Merkel Entscheidung am Telefon mit http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,648074,00.html
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