Erfolgreiche Sanierung BayernLB verdient wieder Millionen

Die ungeliebte österreichische Tochter-Bank HGAA hat die BayernLB verschenkt - und endlich macht die Landesbank wieder Gewinn. Nach zwei Jahren mit Milliardenverlusten verdiente das Institut 590 Millionen Euro. Doch eine andere Tochter macht noch Probleme. 

BayernLB-Vorstandschef Häusler: "Wir sehen den Boden im Fass"
DPA

BayernLB-Vorstandschef Häusler: "Wir sehen den Boden im Fass"


München - Während der Finanzkrise galt die BayernLB als Pleitekandidat, inzwischen kommt die Landesbank bei ihrer Sanierung gut voran. Im vergangenen Jahr machte die Bank unterm Strich 590 Millionen Euro Gewinn. Noch 2009 hatte das Institut einen Verlust von 3,1 Milliarden Euro ausgewiesen.

Vorstandschef Gerd Häusler sagte, die Bank sei jetzt auf einem sehr guten Weg. Das Geschäft mit Großunternehmen bleibe die Hauptertragsquelle. Für das laufende Jahr gab sich der Vorstand dennoch zurückhaltend, er rechnet mit einem Gewinnrückgang. "Für das Geschäftsjahr 2011 erwartet die BayernLB ein positives Ergebnis vor Steuern, das allerdings hinter dem sehr guten Wert des Geschäftsjahres 2010 zurückbleiben dürfte", hieß es. 2010 betrug der Gewinn vor Steuern 885 Millionen Euro.

Im vergangenen Jahr profitierte die Bank von einer um mehr als drei Viertel reduzierten Risikovorsorge für faule Kredite, dem besseren Kapitalmarktumfeld sowie Sondererträgen. Im Jahr zuvor hatte die österreichische Bank Hypo Group Alpe Adria (HGAA) die BayernLB-Bilanz massiv getrübt. Die Landesbank hatte das Institut 2007 gekauft und es dann 2009 wieder an Österreich verschenkt. Die HGAA schreibt weiter tiefrote Zahlen.

Probleme bereiteten der BayernLB im vergangenen Jahr allerdings noch hohe Verluste der ungarischen Tochter MKB. Diese müsse saniert werden, sei aber nicht mit dem Desaster bei der österreichischen HGAA zu vergleichen, sagte Häusler. "Wir sehen den Boden im Fass."

Finanzvorstand Ermisch verlässt die Bank

In den Jahren 2008 und 2009 hatte die Bank durch milliardenschwere Fehlspekulationen auf dem US-Immobilienmarkt und das Desaster um den Fehlkauf der HGAA Verluste von zusammen nahezu acht Milliarden Euro eingefahren. In der Finanzkrise musste Bayern die Bank mit rund zehn Milliarden Euro retten.

Neben den Zahlen verkündete die Bank auch einen Wechsel in der Führungsetage. Der stellvertretende Bankchef und Finanzvorstand Stefan Ermisch kündigte an, die BayernLB Ende April zu verlassen. Ermisch war seit Juli 2008 bei der Landesbank und hatte das Institut nach dem Abgang von Bankchef Michael Kemmer von Dezember 2009 bis zu Häuslers Ernennung im April 2010 als Übergangschef geleitet. Sein Abgang war von Branchenexperten seit längerem erwartet worden, nachdem Ermisch Häusler als neuen Vorstandschef vorgesetzt bekommen hatte.

Neuer Finanzchef wird der bisherige Leiter der internen "Bad Bank", Stephan Winkelmeier. Stellvertretender Vorstandschef wird Edgar Zoller, der im Vorstand für das Immobilien- und Sparkassengeschäft verantwortlich ist.

mmq/Reuters/dapd/dpa

insgesamt 5 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Juergen Wolfgang, 30.03.2011
1. frage
Zitat von sysopDie ungeliebte österreichische Tochter-Bank HGAA hat die BayernLB verschenkt - und endlich macht die Landesbank wieder Gewinn. Nach zwei Jahren mit Milliardenverlusten verdiente das Institut 590 Millionen Euro. Doch eine andere Tochter macht noch Probleme.* http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,754032,00.html
Verstehe was nicht mehr als 3 Mrd verlust... wer hat die bezahlt die schulden?? nun schon wieder 590 Mill. Gewinn Macht eine Differenz von fast 4 MRD wie geht das so schnell? Oder hat der Steuerzahler den Verlust bezahlt und der gewinn hat die Bank??
mattotaupa 30.03.2011
2. *
Zitat von Juergen WolfgangVerstehe was nicht mehr als 3 Mrd verlust... wer hat die bezahlt die schulden?? nun schon wieder 590 Mill. Gewinn Macht eine Differenz von fast 4 MRD wie geht das so schnell? Oder hat der Steuerzahler den Verlust bezahlt und der gewinn hat die Bank??
Die verdienen überhaupt nichts, sondern brauchen noch mindestens 15 Jahre, um die Verluste auszugleichen. Die "verdienten" Peanuts stammen zum großen Teil aus Hochzinsanleihen der Griechen, Portugiesen und ähnlich 'sicheren' Geschäften. rofl Man sollte diese ganze asoziale Brut so aburteilen und in den Bau stecken, wie es sich für Schwerstkriminelle gehört.
silenced 30.03.2011
3. <->
Zitat von Juergen WolfgangVerstehe was nicht mehr als 3 Mrd verlust... wer hat die bezahlt die schulden?? nun schon wieder 590 Mill. Gewinn Macht eine Differenz von fast 4 MRD wie geht das so schnell? Oder hat der Steuerzahler den Verlust bezahlt und der gewinn hat die Bank??
Das ist ja auch das faszinierende an den US-Banken, ein Jahr kurz vor der Pleite, im nächsten Jahr Milliardengewinne. Daß da vieles nicht mit rechten Dingen zugeht ist mehr als offensichtlich. Aber die da 'oben' denken ja, daß die da 'unten' alle Strunzdumm sind. Leider kann man nicht wirklich was machen, da Politik & Finanzwelt zu sehr verflochten sind.
Pinarello, 30.03.2011
4. Milliardengewinne aus Steuerkassen.
Zitat von silencedDas ist ja auch das faszinierende an den US-Banken, ein Jahr kurz vor der Pleite, im nächsten Jahr Milliardengewinne. Daß da vieles nicht mit rechten Dingen zugeht ist mehr als offensichtlich. Aber die da 'oben' denken ja, daß die da 'unten' alle Strunzdumm sind. Leider kann man nicht wirklich was machen, da Politik & Finanzwelt zu sehr verflochten sind.
Das genauso faszinierende findet jedoch tagtäglich in den Öffentlich-Rechtlichen Medien statt, mit Sicherheit wird auch heute zu jeder vollen Stunde die Gewinnmitteilung der BayernLB den tumben Bürger um die Ohren gehauen, daß die Bank alleine 2008 mit 10 Mrd Euro Steuergelder vom Freistaat Bayern vor dem Bankrott gerettet wurde, interessiert doch heute keine Sau mehr. Die Journalisten werden uns weiterhin mit ihren Börsenberichten äh den Werbesendungen des Organisierten Kapitalverbrechens terrorisieren. Im übrigen, wer sich wie aktuell die Banken von der EZB für Null Prozent Geld leiht und an di PIIGS-Staaten für ca. 10% verleiht, der bezieht seine Milliardengewinne direkt aus den Steuerkassen der EU-Länder, denn genau daher stammt das Geld von der EZB. Darüber wird nur nichts berichtet, in den Öffentlich-Rechtlichen Regierungs- und Verkündungsmedien. Also, erst werden die Banken mit Hunderten von Milliarden gerettet um jetzt wieder viele Milliarden direkt aus den Kassen der EU-Steuerzahler zu stehlen und unsere ahnungs- und hoffnungslosen Politikermarionetten stehen daneben und kriegen vor lauter Staunen die Kinnlade nicht hoch.
jupol 30.03.2011
5. Schnellmerker
Zitat von Juergen WolfgangVerstehe was nicht mehr als 3 Mrd verlust... wer hat die bezahlt die schulden?? nun schon wieder 590 Mill. Gewinn Macht eine Differenz von fast 4 MRD wie geht das so schnell? Oder hat der Steuerzahler den Verlust bezahlt und der gewinn hat die Bank??
Sie haben es erfasst. Der Zusammenschluss von Politikern und Bankleuten bedeutet: Verluste sozialisieren Gewinne privatisieren Scheinen ungefähr 98,64% aller bundesdeutschen Bürger immer noch nicht begriffen zu haben. Geht ja auch nicht anders - da alternativlos.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.