Ergo-Mutterkonzern Munich Re Aktionäre drohen nach Sex-Party-Affäre mit Klage

Der Lustreiseneklat bei der Ergo-Versicherung bereitet dem Mutterkonzern Munich Re immer mehr Ärger: Weil das Management falsche Aussagen zu der pikanten Geschichte gemacht haben soll, drohen nun Aktionärsklagen. Die Assekuranz überprüft Hinweise auf weitere schlüpfrige Veranstaltungen.
Hauptversammlung der Munich Re: Umstrittener Beitrag des Konzernchefs

Hauptversammlung der Munich Re: Umstrittener Beitrag des Konzernchefs

Foto: dapd

Hamburg - Erst der Skandal um die Lustreise, dann der Ärger um falsche Riesterverträge - und nun womöglich auch noch Aktionärsklagen: Die Versicherungsgruppe Ergo wird für ihre Muttergesellschaft Munich Re   immer mehr zur Belastung.

Der neueste Grund zur Sorge liegt eigentlich schon zwei Monate zurück: Auf der Hauptversammlung der Munich Re soll deren Vorstandschef Nikolaus von Bomhard Aktionärsfragen zum Skandal bei der Direktversicherungstochter Ergo falsch beantwortet haben. Deshalb wollen einige Anteilseigner nun klagen, wie manager magazin berichtet.

Die Klagen beziehen sich auf eine Aussage des Munich-Re-Chefs zu einer Party für die Top-Verkäufer der Ergo-Lebensversicherungssparte, die der Konzern im Jahr 2007 im Budapester Gellert-Bad veranstaltet hatte. Zu diesem Anlass hatte das Unternehmen Prostituierte engagiert und auch bezahlt.

Bomhard, der gleichzeitig Aufsichtsratschef der Munich-Re-Tochter Ergo ist, hatte auf der Hauptversammlung zwar Exzesse eingeräumt, gleichzeitig aber ausgeführt, dass die damals verantwortlichen Manager nicht mehr im Unternehmen beschäftigt seien. Tatsächlich trennte sich der Konzern jedoch erst Mitte vergangener Woche von einem der Organisatoren des Festes. Das Unternehmen bestätigt gegenüber manager magazin zwar die Personalie, legt aber Wert darauf, dass der entsprechende Manager nicht für die Veranstaltung verantwortlich war, sondern lediglich ausführendes Organ.

Der Skandal um die Sex-Party in Budapest hatte deutschlandweit für Empörung gesorgt. Unter anderem hatte Jürgen Klopp, Fußball-Trainer von Borussia Dortmund  , seinen Webevertrag mit Ergo gekündigt. Klopp war zuvor offizieller Botschafter der Ergo-Marke Hamburg-Mannheimer.

Derzeit gehen die internen Ermittler des Versicherungskonzerns der Frage nach, ob es neben der Sause im Gellert-Bad weitere Veranstaltungen dieser Art gab. Dabei ist die Revision auf einen im Jahr 2008 ausgeschriebenen Wettbewerb gestoßen, deren Gewinner sich entweder für ein Apple-Notebook oder für eine "Party total" auf der Sonneninsel Ibiza entscheiden konnten. Die Untersuchungen über den Verlauf dieser Festivität laufen noch.

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