Schockbilder und Lebensmittelampel Beim Essen lassen sich die Deutschen gerne bevormunden

Zuckersteuer, Salzverbot, Schockbilder: Ein großer Teil der Bürger hätte laut einer Studie nichts dagegen, wenn sich der Staat stärker als bislang in ihre Essgewohnheiten einmischen würde.

Veggie-Burger
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Beim Essen lassen sich die Deutschen offenbar gerne vom Staat bevormunden. Das ist nach SPIEGEL-Informationen das Ergebnis einer Studie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, die von der Ernährungsindustrie in Auftrag gegeben wurde. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

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Heft 45/2016
Drehbuch einer Tragödie

Demnach könnte sich zum Beispiel die Einführung einer sogenannten Lebensmittelampel auf eine robuste Zweidrittelmehrheit stützen. 68,8 Prozent der Befragten gaben an, sich durch Verzehrempfehlungen auf der Verpackung nicht bevormundet zu fühlen. Auch gegen Schockbilder hat eine Mehrheit der Befragten nichts einzuwenden. Knapp 58 Prozent wären nicht dagegen, wenn die Verpackungen tierischer Produkte Abbildungen zeigen müssten, die die Haltungsbedingungen von Nutztieren dokumentieren, also etwa Fotos von Legehennen auf Eierkartons.

Immerhin fast die Hälfte der Befragten fände es gut, wenn der Staat einen Höchstwert für den Salzanteil in Lebensmitteln festlegen würde. Und 35,2 Prozent zeigen sich aufgeschlossen für die Forderung nach einer Zucker-Strafsteuer. Sogar der Veggie-Day wird von der Bevölkerung nicht rundheraus abgelehnt. 25,8 Prozent finden den Vorschlag gut.

Aus Sicht der Lebensmittelwirtschaft hätte die Studie kaum schlechter ausfallen können. In ihrem Kampf gegen immer mehr staatliche Regulierung steht die Branche offenbar auf verlorenem Posten.

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insgesamt 107 Beiträge
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Seite 1
Achmuth_I 05.11.2016
1. Immmer mehr Schockbilder...
...ist klasse. Das stumpft so angenehm ab.
Frickleburt Frogfart 05.11.2016
2. Sag mal SPON,
...geht's noch? Diesen industriegesteuerten Unsinn kritik- und kommentarlos als Meldung zu veröffentlichen? Wie Ihr selber schon sagt: "...das Ergebnis einer Studie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, die von der Ernährungsindustrie in Auftrag gegeben wurde". Und das redaktionelle Fazit daraus ist, dass sich "die Deutschen" gerne bevormunden lassen. Billiger und journalistisch schlechter geht es kaum noch. Macht doch lieber mal einen Artikel über die Folgen von zuviel Zucker und wie die Industrie seit Jahren daraus Profite zieht und wie sich die Folgen auf die Gesundheitskosten auswirken.
fördeanwohner 05.11.2016
3. -
Eine Bevormundung kann ich da nicht erkennen, lediglich Informationsbereitstellung. Und deshalb hatten die Befragten wohl auch nichts gegen die Einführung bestimmter Maßnahmen. Man möchte schon gern wissen, wie viel wovon denn da in der Wurst ist bzw. man täglich zu sich nehmen sollte/darf. Wer Bock auf "böse" Dinge wie Naschies, Fast Food usw. hat, der wird sie trotz Warnschildern essen. Die Freiheit bleibt doch. Und im Prinzip wissen die meisten von uns doch jetzt bereits, was nicht so gut für uns ist. Allerdings könnten wir dann auch endlich das wirkliche Ausmaß der versteckten "Gifte" sehen. Und darauf haben wir ein Recht, finde ich!
einervondenen 05.11.2016
4. Überschrift und Inhalt
Der Titel suggeriert, der Nutzer wäre unmündig. Packungsaufdrucke sollen jedoch Tranzparenz in die Herstellungsbedingungen und Inhaltsstoffe bringen. Das erst ermöglicht eine verantwortungsvolle Nutzung – also das Gegenteil von dem, was die Headline sagt.
jjcamera 05.11.2016
5. soylent green
Eine Vorstellung wie in einem schockierenden Sci-Fi-Horrorfilm: der Staat schreibt den Menschen vor, was und wann sie essen und trinken. Wer gegen die Regeln verstößt, wird ausgestoßen oder selbst zu Essen verarbeitet ("Soylent Green" mit Charlton Heston, Edward G. Robinson).
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