Riesen-Seekabel NordLink Deutschland nutzt Norwegen jetzt als Batterie

Wenig Sonne, wenig Wind, dann schwankt die Versorgung mit erneuerbaren Energien. Um das auszugleichen, koppelt Deutschland sein Stromnetz jetzt an das von Norwegen – mit einem 500 Kilometer langen Unterseekabel.
Techniker in einer Konverterstation von NordLink

Techniker in einer Konverterstation von NordLink

Foto: Axel Heimken / dpa

Es ist ein bisschen so, als würden Deutschlands Wind- und Solarparks nun angeschlossen an eine sehr große (und sehr weit entfernte) Batterie: Das Unterseekabel NordLink, das Deutschlands Stromnetz mit dem Norwegens und vor allen Dingen Norwegens großen Stauseen verbindet, hat die mehrere Monate dauernde Probephase erfolgreich abgeschlossen und beginnt nun mit dem Regelbetrieb.

Die Leitung in den hohen Norden gilt als Leuchtturmprojekt der Energiewende. Die Stromverbindung soll dazu beitragen, die Versorgungssicherheit in Deutschland zu gewährleisten, auch wenn erneuerbare Energiequellen die Windkraft und Solarenergie stark schwanken können. Das Phänomen, um das es geht, heißt »Dunkelflaute«: eine Kombination von wenig Wind und zugleich geringer Sonneneinstrahlung. In Zukunft soll in solchen Lagen über NordLink Strom nach Deutschland fließen, der in Norwegens Wasserkraftwerken gewonnen wird und »Dunkelflauten« so ausgleichen könnte.

Die Ausmaße des Projektes sind beeindruckend: Das Kabel verläuft zwischen den Umspannwerken Wilster in Schleswig-Holstein und Tonstad in Norwegen 516 Kilometer am Meeresboden, insgesamt misst die Leitung sogar 623 Kilometer. Die Baukosten wurden mit insgesamt etwa zwei Milliarden Euro angegeben. Durch die Leitung können bis zu 1400 Megawatt Strom fließen. Das entspricht in etwa der Leistung des aktuell größten deutschen Atomkraftwerks Isar 2.

NordLink sei ein »grünes Kabel« zum Austausch deutscher Windenergie mit norwegischer Wasserkraft, teilten die drei Projektpartner mit, der Übertragungsnetzbetreiber Tennet und KfW aus Deutschland sowie Statnett aus Norwegen.

Der Probebetrieb von NordLink war im Dezember 2020 gestartet und machte damit die Kabelverbindung zwischen Norwegen und Deutschland zum ersten Mal für den Strommarkt verfügbar. Die Bauarbeiten dafür begannen 2016.

beb
Mehr lesen über