Erotikkonzern Beate Uhse will Arbeitnehmer aus Aufsichtsrat werfen

Große Veränderung bei Beate Uhse: Der Erotikartikelhändler will nach Informationen des SPIEGEL die Arbeitnehmervertreter aus dem Aufsichtsrat drängen. Grund dafür ist das Schrumpfen des Konzerns.
Beate Uhse: Der Betriebsrat hat noch keinen Beschluss gefasst

Beate Uhse: Der Betriebsrat hat noch keinen Beschluss gefasst

Foto: A3390 Kay Nietfeld/ dpa

Hamburg - Weniger Einfluss für die Mitarbeiter: Der Vorstand von Beate Uhse, Europas größtem Händler mit Erotikartikeln, will nach SPIEGEL-Informationen die Zusammensetzung des Aufsichtsrats verändern. Die bislang zwei Vertreter der Arbeitnehmer sollen das sechsköpfige Gremium verlassen. Der Vorstand unter der Führung von Serge van der Hooft ist der Ansicht, dass der Aufsichtsrat "nicht nach den für ihn maßgebenden gesetzlichen Vorschriften" zusammengesetzt sei.

Der Hintergrund: Das Drittelbeteiligungsgesetz schreibt vor, dass bei einer Betriebsgröße von 500 Mitarbeitern mindestens ein Drittel aller Aufsichtsratsmitglieder von der Arbeitnehmerseite gestellt wird. Bei Beate Uhse seien die Voraussetzungen für das Gesetz nicht mehr gegeben. Das Unternehmen beschäftige mittlerweile weniger als 500 Mitarbeiter.

Künftig soll der Aufsichtsrat, dem auch der Geschäftsführer des Outdoor-Spezialisten Globetrotter, Andreas Bartmann, angehört, nur noch aus Mitgliedern der Aktionärsseite bestehen. Wenn bis zum 2. März niemand gegen den Vorschlag Widerspruch einlegt, tritt der Vorstandswille automatisch in Kraft.

Michael Petersen, Beate-Uhse-Betriebsratschef und von der Neuordnung betroffenes Aufsichtsratsmitglied, könnte das zuständige Gericht anrufen, um sich gegen diese Änderung zu wehren. Ein Beschluss des Betriebsrats dazu ist noch nicht gefasst. Bis zur Hauptversammlung im Sommer behalten die Arbeitnehmervertreter noch ihren Sitz, so eine Konzernsprecherin.

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