Zum Inhalt springen

ERS Electronic Bundesregierung stoppt weitere chinesische Übernahme von Halbleiterfirma

Mit einem Verbot will Wirtschaftsminister Habeck den Verkauf des Chipherstellers Elmos an China verhindern. Laut Medienberichten geht sein Ministerium nun außerdem gegen die Übernahme einer Firma in Bayern vor.
Wirtschaftsminister Habeck: Stoppt weiteren China-Deal

Wirtschaftsminister Habeck: Stoppt weiteren China-Deal

Foto: Michael Sohn / AP

Wirtschaftsminister Robert Habeck stoppt die Übernahme der Chipfertigung der Dortmunder Firma Elmos durch ein chinesisches Unternehmen  – und untersagt nun noch einen weiteren China-Deal.

Der Grünenpolitiker treibe die Untersagung des Erwerbs der in Bayern ansässigen Firma ERS Electronic an einen chinesischen Investor voran, berichten das »Handelsblatt « und die Nachrichtenagentur Reuters. Laut Reuters hat das Bundeskabinett in seiner heutigen Sitzung inzwischen beide Verkäufe verboten.

ERS Electronic ist nach eigenen Angaben ein weltweit tätiges Unternehmen in der Halbleiteranlagenindustrie, das »hochpräzise« Temperaturlösungen für Halbleiterkunden produziert. Neben dem Hauptsitz in Germering bei München hat das Unternehmen auch Vertriebsniederlassungen und Vertretungen in Shanghai und Dallas.

Deutschlands Anteil an Chipproduktion gering

Die Entscheidung gegen die Übernahme des Unternehmens fiel nach Informationen des »Handelsblatts« am vergangenen Donnerstag in einer Staatssekretärsrunde der mit dem Vorgang beteiligten Ministerien. Einhellig wurde demnach der Verkauf von ERS Electronic als eine Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit in Deutschland eingestuft.

Bei dem Treffen wurde auch der Fall der Chipfertigung des Dortmunder Unternehmens Elmos besprochen. Elmos wollte die Fertigung am Stammsitz in Dortmund für 85 Millionen Euro an den schwedischen Konkurrenten Silex verkaufen, eine Tochter des chinesischen Konzerns Sai Microelectronics. Durch den Verkauf wollte Elmos, das vor allem für die Autoindustrie produziert, die eigene Produktion aufgeben und seine Chips stattdessen bei Auftragsfertigern einkaufen.

Im chinesischen und südostasiatischen Raum sitzen die weltweit größten Hersteller von Halbleitern, die in zahlreichen Industrieprodukten verbaut sind. Deutschlands Marktanteil fällt dagegen gering aus. Bei Übernahmen in der Halbleiterbranche geht es weniger um Technologie, sondern vielmehr um sensible Produktionskapazitäten, die abzuwandern drohen. Dies könnte die Abhängigkeit von China weiter erhöhen.

Seit den Verwerfungen bei der Gasversorgung durch Russlands Angriff auf die Ukraine blicken Wirtschaft und Politik zunehmend kritischer auf große Abhängigkeiten von einzelnen Ländern.

Bundeskanzler Olaf Scholz reiste erst vergangene Woche auch mit einer Wirtschaftsdelegation nach China . Der SPD-Politiker warb darum, die Handelsbeziehungen auf faire Art und Weise zu stärken.

apr