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02. November 2010, 17:50 Uhr

Erstligist RCD Mallorca

Utz Claassen investiert in klamme Insel-Kicker

Der eine braucht viel Geld, der andere hat reichlich davon: Der frühere Multi-Konzernleiter Utz Claassen ist beim hoch verschuldeten spanischen Erstligisten RCD Mallorca eingestiegen. Der Ex-Chef von Hannover 96 will den Insel-Club zum Rivalen von Barcelona und Real Madrid aufpäppeln. 

Palma de Mallorca - Da sage noch einer, Ex-Managern sei es langweilig: Der deutsche Unternehmer Utz Claassen ist als privater Investor beim spanischen Fußball-Erstligisten RCD Mallorca eingestiegen. Der Ex-Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns EnBW und ehemalige Clubchef von Hannover 96 erwarb ein Paket von Aktienanteilen des Vereins auf der Ferieninsel.

Wie Claassen und der RCD Mallorca am Dienstag bekanntgaben, trat der 47-Jährige auch in den Verwaltungsrat des Clubs ein. Über den Umfang und den Kaufpreis des erworbenen Aktienpakets vereinbarten beide Seiten Stillschweigen. Der hoch verschuldete Verein suchte dringend Investoren.

Aufgrund seiner prekären Finanzlage war der Inselclub zu Saisonbeginn von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) von der Teilnahme an der Europa League ausgeschlossen worden, obwohl die Mallorquiner als Tabellenfünfter der spanischen Liga sich sportlich für den Wettbewerb qualifiziert hatten. In Medien wurde die Schuldenlast auf über 60 Millionen Euro beziffert. Derzeit steht RCD Mallorca mit Trainer Michael Laudrup in der spanischen Liga auf dem siebten Rang.

Claassen betonte in einer Pressemitteilung, er verfolge zusammen mit den anderen Verwaltungsratsmitgliedern und Aktionären das Ziel, den RCD Mallorca zu einer "europäischen Marke" zu entwickeln. Mit seinen Millionen von Touristen und seiner exzellenten logistischen Anbindung habe Mallorca mittel- bis langfristig das Potential, "neben Real Madrid und dem FC Barcelona zur dritten spanischen Kraft in der Welt des Fußballs aufzusteigen".

Zu den Aktionären des Clubs gehören unter anderem eine Investorengruppe um den frühere Barça-Trainer Llorenç Serra Ferrer und der Tennis-Weltranglisten-Erste Rafael Nadal.

böl/dpa-AFX

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