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25. Januar 2019, 12:29 Uhr

Nachhaltige Investments

UBS will selbst die Standards setzen

Welche Finanzanlagen sind wirklich nachhaltig? Die Schweizer Großbank UBS will dafür in der Branche Standards festlegen. Aber bitteschön als Selbstregulierung, also ohne öffentliche Aufseher.

Für die Banken könnte es ein lukrativer Zukunftsmarkt sein: Geldanlage in umweltfreundliche Technologien oder Firmen mit hohen ethischen Standards. Doch für viele Verbraucher stellt sich die Frage, wie sie seriöse Anlageformen erkennen. Die Schweizer Großbank UBS will Qualitätsstandards für nachhaltige Investments schaffen - aber ohne Beteiligung von Aufsehern.

"Bevor eine große Regulierungsmaschinerie losgetreten wird, sollte die Industrie versuchen, sich selbst auf Definitionen und Kriterien zu einigen - und letztlich auch Produkte, die gegen diese Regeln verstoßen, als nicht nachhaltig zu brandmarken", sagte UBS-Verwaltungsratschef Axel Weber der Nachrichtenagentur dpa-AFX auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. "Sollte es zu Marktversagen kommen, muss man über Regulierung nachdenken. Aber ich finde, dass Regulierung dieses entstehenden Marktes nur die zweitbeste Wahl ist."

Die UBS gehört zu den größten Vermögensverwaltern weltweit. Die Bank sieht aber beim Beitrag privater Investitionen zu den Entwicklungszielen der Vereinten Nationen bis 2030 ein deutliches Defizit. Pro Jahr würden zwei bis sieben Billionen US-Dollar zusätzlich an privaten Investitionen benötigt, um Ziele wie Armutsbekämpfung und Umweltschutz wie angestrebt zu erreichen, hat die UBS berechnet.

Weber zieht Vergleich zu Bio-Siegel

"Die Vereinten Nationen haben sich notwendigerweise sehr ambitionierte Ziele gesetzt, sowohl was das Klimaabkommen in Paris betrifft, als auch was die Entwicklung von nachhaltigen Investments betrifft", sagte Weber. "Diese Märkte existieren bisher nur sehr unzureichend und in rudimentärer Form."

Für Privatkunden entstehen derzeit immer mehr Geldanlage-Produkte wie zum Beispiel Fonds, die damit werben, nur auf erneuerbare Energien und umweltfreundliche Technologien zu setzen - oder erklären, Firmen auszuschließen, die ihr Geld mit Waffen, Alkohol oder Tabak verdienen. Bei genauer Betrachtung halten viele Produkte die hohen Standards, die sie sich auf die Fahnen schreiben, laut UBS aber nicht ein.

Die Akteure müssten sich hohe Standards setzen, sagte Weber. "Sie kennen das zum Beispiel in Deutschland aus der Ernährungsindustrie, wo es ein Bio-Label gibt. Und für diese Bio-Siegel gibt es gewisse Anforderungen, die nachhaltige Nahrungsmittel erfüllen müssen, um das Label zu bekommen. Beim Bereich nachhaltige Investments ist es genau dasselbe - sie brauchen klare Kriterien, sie brauchen eine Marktinfrastruktur, die auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist", forderte Weber.

mmq/dpa-AFX

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