Mögliches Tauschgeschäft Etihad will Air-Berlin-Anteil an Lufthansa abgeben

Die Lufthansa könnte von der geplanten Zerschlagung von Air Berlin stärker profitieren als bisher gedacht. Nach SPIEGEL-Informationen ist Air-Berlin-Hauptaktionär Etihad zu einem Tauschgeschäft bereit.
A380-Airbus von Etihad

A380-Airbus von Etihad

Foto: Master Films / P. Masclet / Airbus

Die Lufthansa könnte Hauptprofiteur der geplanten Neuordnung des finanziell angeschlagenen Wettbewerbers Air Berlin werden. Nach der kürzlich beschlossenen Vermietung von 38 Air-Berlin-Jets an die Lufthansa-Billigtochter Eurowings steht nun nach SPIEGEL-Informationen offenbar die nächste Stufe der Zusammenarbeit an. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Demnach wird am Sitz des Air-Berlin-Hauptaktionärs Etihad in Abu Dhabi diskutiert, die verbliebene Rumpf-Fluglinie mit 75 Jets bei der Lufthansa einzubringen und sich im Gegenzug über eine Kapitalerhöhung an dem Konzern zu beteiligen. Voraussetzung wäre allerdings, dass die arabischen Eigentümer ihren Ableger Air Berlin vorher entschulden und zusätzlich noch Geld zahlen, um auf eine Beteiligung von mindestens zehn Prozent an der Lufthansa zu kommen. Etihad hält derzeit knapp 30 Prozent an Air Berlin.

Als Vorbild dient dabei offenbar die Dachgesellschaft von British Airways und Iberia, die IAG. An ihr hält Qatar Airways einen Anteil von 20 Prozent.

Nach diesem Modell könnte auch die von der Insolvenz bedrohte Etihad-Tochter Alitalia gerettet werden. Sie könnte nach den Vorstellungen des arabischen Haupteigners ebenfalls bei der Lufthansa landen. Etihad müsste dazu seine Alitalia-Beteiligung bei der Lufthansa einbringen und könnte im Gegenzug weitere Anteile am Dax-Konzern bekommen.

Ein Etihad-Sprecher wollte sich zu der Darstellung nicht äußern, bei der Lufthansa heißt es, man habe derzeit mit anderen Aufgaben genug zu tun.

did
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