Mögliches Tauschgeschäft Etihad will Air-Berlin-Anteil an Lufthansa abgeben

Die Lufthansa könnte von der geplanten Zerschlagung von Air Berlin stärker profitieren als bisher gedacht. Nach SPIEGEL-Informationen ist Air-Berlin-Hauptaktionär Etihad zu einem Tauschgeschäft bereit.

A380-Airbus von Etihad
Master Films / P. Masclet / Airbus

A380-Airbus von Etihad


Die Lufthansa könnte Hauptprofiteur der geplanten Neuordnung des finanziell angeschlagenen Wettbewerbers Air Berlin werden. Nach der kürzlich beschlossenen Vermietung von 38 Air-Berlin-Jets an die Lufthansa-Billigtochter Eurowings steht nun nach SPIEGEL-Informationen offenbar die nächste Stufe der Zusammenarbeit an. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

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Heft 52/2016
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Demnach wird am Sitz des Air-Berlin-Hauptaktionärs Etihad in Abu Dhabi diskutiert, die verbliebene Rumpf-Fluglinie mit 75 Jets bei der Lufthansa einzubringen und sich im Gegenzug über eine Kapitalerhöhung an dem Konzern zu beteiligen. Voraussetzung wäre allerdings, dass die arabischen Eigentümer ihren Ableger Air Berlin vorher entschulden und zusätzlich noch Geld zahlen, um auf eine Beteiligung von mindestens zehn Prozent an der Lufthansa zu kommen. Etihad hält derzeit knapp 30 Prozent an Air Berlin.

Als Vorbild dient dabei offenbar die Dachgesellschaft von British Airways und Iberia, die IAG. An ihr hält Qatar Airways einen Anteil von 20 Prozent.

Nach diesem Modell könnte auch die von der Insolvenz bedrohte Etihad-Tochter Alitalia gerettet werden. Sie könnte nach den Vorstellungen des arabischen Haupteigners ebenfalls bei der Lufthansa landen. Etihad müsste dazu seine Alitalia-Beteiligung bei der Lufthansa einbringen und könnte im Gegenzug weitere Anteile am Dax-Konzern bekommen.

Ein Etihad-Sprecher wollte sich zu der Darstellung nicht äußern, bei der Lufthansa heißt es, man habe derzeit mit anderen Aufgaben genug zu tun.

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insgesamt 17 Beiträge
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Seite 1
jjcamera 22.12.2016
1. keine Alternative
Unterm Strich heißt das, dass es in Deutschland kaum noch Alternativen zur Streikhansa gibt und man sich zu Hauptreisezeiten nach einer anderen Transportmöglichkeit umsehen muss. Schade.
philemajo 22.12.2016
2. Aha?
Dass eine Beteiligung an der Lufthansa für Ethihad interessanter ist als die an Air Berlin ist offensichtlich. die Übernahme von Air Berlin durch Lufthansa ist für letztere auch nicht ohne Risiken, aber Alitalia als "Sacheinlage" bei der Lufthansa ist absurd. Jahrelang wurde die Alitalia europaweit angeboten und keine Airline wollte sie geschenkt haben: Hohe Pensionslasten, krasse Tarifverträge und Stress mit den Gewerkschaften, eine verworrene Rechtslage in Italien usw. Bitte, lasst die Finger davon!!!
leidernein 22.12.2016
3. Alles klein Problem
Die Kasse des LH Vorstands ist ja üppig gefüllt mit fehlenden Tarifabschlüssen bzw. mageren Tarifabschlüssen seitens Kabine und Boden. Anstatt sich endlich mit den Piloten zu einigen und neue einzustellen, damit die zur Verfügung stehenden Flugzeuge nicht am Boden bleiben, werden die von den Mitarbeitern erwirtschafteten Gewinne erneut für abstruse Beteiligungsspielchen genutzt. Warum die Aktionäre hier mitspielen ist mir schleierhaft. Wieviel mehr Gewinn möglich wäre, wenn endlich die Kernmarke gestärkt statt flachgehalten würde...
dollenschmiere 22.12.2016
4. Schade drum...
AirBerlin war bis vor kurzem eine durchweg sympathische Airline. Bis auf die Anbau-Baracken in Berlin-Tegel ein akzeptabler Service, Direktverbindungen nach Skandinavien oder Polen und in Urlaubsgebiete. Fernreisen nach Asien über Abu Dhabi nur mit einem Stop. Da die Lufthansa Berlin nicht als Drehkreuz nutzen will heißt es in Zukunft wieder einen zusätzlichen Stop in München oder Frankfurt einzulegen. Ätzend.
Athlonpower 22.12.2016
5. Jetzt kann wieder fleißig Geld hin- und hergechoben werden, damit was auf den Boden fällt
Zitat von leiderneinDie Kasse des LH Vorstands ist ja üppig gefüllt mit fehlenden Tarifabschlüssen bzw. mageren Tarifabschlüssen seitens Kabine und Boden. Anstatt sich endlich mit den Piloten zu einigen und neue einzustellen, damit die zur Verfügung stehenden Flugzeuge nicht am Boden bleiben, werden die von den Mitarbeitern erwirtschafteten Gewinne erneut für abstruse Beteiligungsspielchen genutzt. Warum die Aktionäre hier mitspielen ist mir schleierhaft. Wieviel mehr Gewinn möglich wäre, wenn endlich die Kernmarke gestärkt statt flachgehalten würde...
Sehe ich ganz genauso, das läßt sich dann ja wohl nur damit erklären, daß der Vorstand bzw. das Managment samt AR-Gremium von höheren Löhnen für Piloten und übriges Personal nichts hat, bei den jetzt hin- und herzuschiebenden Millionen und Milliarden über unzählige Länder und Bankkonten dagegen doch der ein oder andere "Staub" herunterfallen wird und nur noch einzusammeln ist. Da müssen Piloten und Bodenpersonal eben warten und hinten anstehen.
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