Forderung nach mehr Überwachung EU sagt Glühbirnen-Tricksern den Kampf an

Ab September sollen die letzten Glühlampen vom Markt verschwinden. Trickreiche Händler setzen jedoch auf sogenannte Speziallampen. Diese sind eigentlich nicht für den Haushalt gedacht. Die EU-Kommission fordert von Deutschland nun, das Verbot stärker zu überwachen.
Energiesparlampe, Glühbirne: Ab September dürfen nur Restbestände verkauft werden

Energiesparlampe, Glühbirne: Ab September dürfen nur Restbestände verkauft werden

Foto: dapd

Brüssel - Die EU-Kommission setzt deutsche Behörden unter Druck: Die Bundesrepublik müsse das Handelsverbot für Glühlampen strenger überwachen, sagte eine Sprecherin von Energie-Kommissar Günther Oettinger. Sie reagierte damit auf Berichte, wonach sogenannte "stoßfeste Spezialglühlampen" derzeit verstärkt verkauft werden. Für sie gilt eine Ausnahme vom Handelsverbot. Sie sind aber nicht für Haushalte, sondern für Spezialabnehmer gedacht - zum Beispiel im Handwerk oder im Bergbau.

"Um derartige Lampen legal zu verkaufen, müssen Hersteller aber sichtbar auf die Packung schreiben, dass diese Birnen nicht für Haushaltslampen bestimmt sind", sagte Kommissionssprecherin Marlene Holzner dem "Tagesspiegel am Sonntag". In den vergangenen Jahren ist das Verkaufsverbot für traditionelle Glühbirnen Schritt für Schritt in Kraft getreten. Solche mit 100 Watt, 75 Watt und 60 Watt Leistung dürfen schon jetzt nicht mehr nachgeliefert werden. Ab 1. September folgen die 25- und 40-Watt-Modelle. Restbestände dürfen die Händler aber weiter verkaufen.

Abschied von der Glühbirne

Kommissionssprecherin Holzner betonte, diese Speziallampen müssten in den Geschäften in einer gesonderten Abteilung oder einem eigenen Regal ausgelegt werden. "Es wäre nicht akzeptabel, diese Lampen in dem gleichen Regal mit LED oder Energiesparlampen für Normalhaushalte zu platzieren." Die EU-Kommission fordere die Marktüberwachungsbehörden der Bundesländer zu Vor-Ort-Kontrollen auf. Kunden hätten aber keine Konsequenzen zu fürchten.

Berlin will Stellen schaffen

In den Bundesländern stößt der Appell der Zeitung zufolge auf unterschiedliche Reaktionen. Das Landesamt in Berlin kündigte an, sieben neue Stellen für Mitarbeiter der Marktüberwachung zu schaffen. Brandenburg teilte dagegen mit, man brauche zehn Leute, habe aber keine.

In Baden-Württemberg verwies ein Sprecher der Regierung auf die bestehenden Stellen der Marktüberwachung. Auch in Nordrhein-Westfalen hieß es, es gebe derzeit noch kein spezielles Marktüberwachungsprogramm für das Glühlampen-Verbot.

cte/AFP
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