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05. Juli 2017, 17:32 Uhr

Ohne Auflagen

EU genehmigt Opel-Übernahme durch PSA

Die EU-Kommission hat die Übernahme von Opel durch Peugeot genehmigt. Nach eingehender Prüfung hat die Behörde nach eigenen Angaben keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken, Auflagen werde es nicht geben.

Die EU-Kommission hat der Übernahme des deutschen Autobauers Opel durch den französischen Konzern PSA zugestimmt. Der Zukauf werde ohne Auflagen genehmigt, teilte die Brüsseler Behörde am Mittwoch mit. Das Vorhaben werfe auf den betroffenen Märkten keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken auf. Die gemeinsamen Marktanteile seien vergleichsweise gering.

Nur in Estland und Polen liege der Anteil für beide Autobauer bei mehr als 40 Prozent, die Zuwachsraten beliefen sich aber auf unter fünf Prozent. Das fusionierte Unternehmen bleibe in Europa weiter einem starken Wettbewerb gegenüber den großen europäischen Herstellern, dem US-Konzern Ford oder asiatischen Autobauern ausgesetzt.

PSA will die insgesamt 2,2 Milliarden Euro schwere Übernahme von Opel vom bisherigen Besitzer General Motors noch in diesem Jahr abschließen.

Der französische Peugeot-Mutterkonzern PSA hatte bereits im März seine Absicht bekundet, den deutschen Autobauer vom US-Konzern General Motors zu übernehmen. Damit entstünde der zweitgrößte Autokonzern Europas nach Volkswagen. Das insgesamt 2,2 Milliarden Euro schwere Geschäft könnte bereits Ende des Monats abgeschlossen sein, wie Opel kürzlich mitteilte.

PSA-Chef Carlos Tavares versprach, Opel solle so deutsch wie möglich bleiben, um sich mit den anderen Marken zu ergänzen. Er kündigte aber auch einen ehrgeizigen Zeitplan an: Spätestens 2020 müsse Opel Gewinn machen, sagte Tavares. Einsparmöglichkeiten sehe er insbesondere im Einkauf, beim Vertrieb und im Export. Beschäftigungsgarantien für die rund 38.000 Opel-Mitarbeiter über die bis 2018 laufenden Tarifverträge hinaus lehnte er aber ab. "Da muss man offen und ehrlich sein: Das Einzige, was Mitarbeiter schützt, ist Gewinn."

nck/Reuters/dpa

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