Verbraucherschützer EU-Parlament soll Boni für Fondsmanager begrenzen

Verleiten hohe Sonderzahlungen an Fondsmanager zu riskanten Geschäften? Ja, meinen Verbraucherschützer und fordern, diese zu begrenzen. Das EU-Parlament muss nun darüber entscheiden.

EU-Parlament in Straßburg: Höherer Schutz für Kleinanleger
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EU-Parlament in Straßburg: Höherer Schutz für Kleinanleger


Berlin/Brüssel - Verbraucherschützer fordern vom EU-Parlament eine Schranke für Sonderzahlungen an Investmentfondsmanager. Die EU-Parlamentarier müssten am Mittwoch den entsprechenden Regelungen zustimmen, die der Wirtschaftsausschuss vorgeschlagen habe, teilte der Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) am Dienstag in Berlin mit. "Erfolgsvergütungen für Fondsmanager setzen falsche Anreize und bedeuten oft Nachteile für Verbraucher", sagte VZBV-Chef Gerd Billen. Die Sonderzahlungen sollten deshalb "untersagt oder aber zumindest begrenzt" werden, forderte Billen.

Die bisherigen Regelungen der Erfolgsvergütung erhöhten die Gefahr, dass Fondsmanager erhöhte Risiken eingingen, um kurzfristig viel Geld zu verdienen, kritisierte VZBV-Chef Billen. Bei Gewinnen kassiere die Fondsgesellschaft, Verluste hingegen müssten die Anleger allein tragen; für Fondsmanager hätten Verluste aber keine finanziellen Nachteile.

Der Vorschlag des Wirtschaftsausschusses vom März sieht vor, erfolgsabhängige Vergütungen (Performance Fees) nur dann zu erlauben, wenn Fondsmanager an einer positiven Entwicklung wie an einer negativen Entwicklung des Fonds beteiligt werden und sich die Sonderzahlungen entsprechend entwickeln.

"Nichts anderes als Abzocke der Investoren"

"Die undurchsichtigen Performance Fees kommen oft nur den Firmen zugute, während sie die Rendite der Anleger schmerzhaft reduzieren", sagte der finanz- und wirtschaftspolitische Sprecher der Grünen im EU-Parlament, Sven Giegold. "Sie schaffen keinen Mehrwert und sind darum nichts anderes als Abzocke der Investoren und daher nicht zu rechtfertigen."

Das Parlament soll zudem darüber abstimmen, ob Fondsmanager in Zukunft wie im Bankenbereich keine Boni mehr erhalten dürfen, die höher sind als ihr festes Jahresgehalt (in der Summe maximal 24 Monatsgehälter).

yes/AFP

insgesamt 3 Beiträge
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flrnvnmgn 02.07.2013
1. Schluss mit dem Bonus-Wahnsinn
Hier können Sie einen Appell an die Unions- und FDP-Abgeordnete im Europaparlament unterschreiben, Bonuszahlungen an Fondsmanager auf die Höhe eines Jahresgehalts zu begrenzen. Dadurch wird der Anreiz für die Manager gesenkt, auf unser aller Kosten mit hochspekulativen Geschäften zu zocken: http://bit.ly/12jvmQK
Märchenonkel 02.07.2013
2. Regulierungswut
Ihr merkt nicht, dass ihr den Anleger immer weiter entmündigt. Die Entscheidung sollte man doch dem Investoren überlassen, da muss man halt mal nachfragen. Die Verbraucherschützer sollten sich lieber mal um unsere Freiheit kümmern.
tulius-rex 03.07.2013
3. Was für ein Unsinn
Reiner Aktionismus, denn es gibt unendlich viele Umgehungs- und Verschleierungsmöglichkeiten, z. B. über Sachzuwendungen. Die Banken werden sich die besten Investmentbanker gegenseitig abjagen und letztere werden sich so teuer wie möglich verkaufen. Das ist wie beim Fußball. Keine Begrenzung nach oben. Kriminell ist das Geschäftsmodell, nicht die Handlanger.
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