Währung Euro sinkt auf niedrigsten Stand seit elf Jahren

Der Euro sinkt und sinkt: Die Währung war zwischenzeitlich im Vergleich zum Dollar so niedrig notiert wie seit 2003 nicht mehr. Grund hierfür ist die Freigabe des Franken und die erwartete EZB-Entscheidung zum Ankauf von Staatsanleihen. Der Dax schloss auf einem neuen Höchststand.

Ein-Euro-Münze: Zwischenzeitlich nur noch 1,1460 Dollar wert
AP/dpa

Ein-Euro-Münze: Zwischenzeitlich nur noch 1,1460 Dollar wert


London - Der Euro steht massiv unter Druck. Die Gemeinschaftswährung notierte am Freitag in London bei zwischenzeitlich 1,14 Dollar - so niedrig wie seit elf Jahren nicht mehr. Zuletzt war die Währung im November 2003 unter die 1,15-Dollar-Grenze gesackt.

Der Euro war bereits am Donnerstag um eineinhalb US-Cent gefallen, am Freitag ging es ähnlich stark nach unten. Auslöser des jüngsten Verfalls ist, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) die Bindung des Franken an den Euro über Bord geworfen hatte.

Grund für den seit Monaten anhaltenden Kursverfall der europäischen Gemeinschaftswährung ist die lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank - die sich bald noch verschärfen dürfte: Bereits für kommenden Donnerstag wird eine Entscheidung des EZB-Rates erwartet, erstmals Staatsanleihen zu kaufen.

Dax auf Rekordniveau

Die EZB will mit dem Anleihenkauf die niedrige Inflation bekämpfen. Sie finanziert die Papiere mit neuem Zentralbankgeld, sodass sich die Menge des Geldes erhöht. Der Plan dahinter: Im Idealfall sickert das frische Geld über das Bankensystem in die reale Wirtschaft. Dadurch könnte die Konjunktur anziehen und die Inflation steigen.

Auch auf die Börse hatte der erwartete EZB-Ankauf Auswirkungen: Der Leitindex übersprang sogar die Marke von 10.200 Punkten, bevor er letztlich mit einem Plus von 1,35 Prozent auf 10.167,77 Punkten aus dem Handel ging. In dieser Woche, in der der Dax insgesamt um rund 585 Punkte schwankte, gewann er damit 3,8 Prozent.

bka/AFP/dpa

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flieger56, 16.01.2015
1. Ich kann es nicht mehr hören
Wie lange noch wird diese künstliche Währung am Leben gehalten ? Zieht endlich die Reißleine und kehrt zu den alten Währungen zurück !
stesch 16.01.2015
2. Korrektur
Die Entscheidung der EZB dient allein der Geldwertstabilität und hat sicher nichts mit Staatsfinanzierung zu tun. Die Prognosen einer Inflation in der Euro-Zone sind alle falsch. Denn die EZB würde natürlich die Geldmenge sofort reduzieren. Einen Schuldenschnitt für Griechenland wird es nicht geben. Natürlich werden die Auflagen für die Kreditvergabe durch die Troika streng kontrolliert....
funnukem 16.01.2015
3. Verbrecher
Die wahren Gangster sitzen in der EZB... sie kontrollieren inzwischen nicht nur die Währung sondern indirekt auch schon die Parlamente. Die EZB kann ihre Entscheidungen locker an den Parlamenten vorbei treffen. Die EZB hat sich der Stabilität des EUROS verschrieben. Wie weit es damit her ist kann man inzwischen hautnah beobachten. Niemals wäre es mit der DM so weit gekommen. Wie stabil diese Währung war, sieht man alleine schon daran, dass es ohne weiteres gelungen ist ein finanziell so marodes System wie die DDR zu assimilieren, ohne, dass es zu Verwerfungen am Finanzmarkt gekommen ist. Unsere Politiker haben uns an die EZB und EU verraten und verkauft... und das Trauerspiel geht weiter. Dabei wäre es so einfach dieses System in die Knie zu zwingen... es würde sofort kollabieren, wenn alle Bundesbürger ihre Ersparnisse einfach abheben gingen. Sollte bei 0% Zinsen kein Problem mehr sein. Bei Minuszinsen wird das zwingend notwendig... dann bringt das Geld ja sogar mehr Rendite, wenn es unter dem Kopfkissen liegt!
auf.ein.wort 16.01.2015
4. Der Euro - ein Drama in wie viel Akten?
Der Kampf um den Euro nimmt immer bizarrere Formen an. Man will unbedingt zusammenhalten, was volkswirtschaftlich eigentlich so nicht zusammenpasst. Gegenwärtig wird der Kurs von der EZB heruntergeprügelt, was dem Wachstum der Südländer aufhelfen und dort zu größeren Investitionen führen soll. Was allerdings bisher schon nicht funktioniert hat. Stattdessen zündet die eh schon stärkste Volkswirtschaft, unsere also, immer neue Exportraketen. Der Konfettiregen neugedruckter Euros kommt bei den Falschen an und bläht die ohnehin schon prallen Geldmengen weiter auf. Wenn das man gutgeht!
drago069 16.01.2015
5. Paradox ...
Also in Sfr. gerechnet verdienen jetzt die Hansa Piloten und die DB Lokführer trotz dauerden Streiks in etwa so viel wie vor 10 Jahren ?
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