Euro-Kursverfall Finanzministerium fürchtet Währungsturbulenzen in Polen und Dänemark

Der Kursverfall des Euro könnte schon bald zu weiteren Verwerfungen führen. Nach SPIEGEL-Informationen befürchtet das Finanzministerium, dass der polnische Zloty und die dänische Krone unter Druck durch Spekulanten geraten.
Polnische Zloty: Bald Ziel von Spekulation? Verwerfungen scheinen unausweichlich

Polnische Zloty: Bald Ziel von Spekulation? Verwerfungen scheinen unausweichlich

Foto: KACPER PEMPEL/ REUTERS

Fachleute des Bundesfinanzministeriums befürchten, dass sich als Folge der lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) schon bald neue Turbulenzen am Rand der Eurozone entwickeln. Ähnlich wie zuletzt die Schweiz könnten auch andere Länder, die ihre Währung an den Euro gekoppelt haben, in Schwierigkeiten geraten. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Die Fachleute von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) haben dabei vor allem Dänemark und Polen im Blick. Diese Länder vollziehen für gewöhnlich Entscheidungen der EZB nach, um das Austauschverhältnis von Krone und Zloty zum Euro mehr oder weniger stabil zu halten. Dieses Arrangement gerät aber in Gefahr, wenn die EZB in großem Umfang Staatsanleihen kauft, die Zentralbanken Dänemarks und Polens aber nicht nachziehen, weil in ihren Ländern dafür keine Notwendigkeit besteht.

Deshalb sei es gut möglich, dass die Länder einen neuen Wechselkurs zum Euro finden müssen oder ihre Bindung an die Gemeinschaftswährung gleich ganz aufgeben.

Die Verwerfungen an den Rändern der Eurozone sind jedoch nicht die einzige Nebenwirkung, die der Finanzminister erwartet. Schäuble rechnet überdies damit, dass als Folge des schwachen Euro und des niedrigen Ölpreises der deutsche Leistungsbilanzüberschuss weiter steigt. Seine Experten haben ausgerechnet, dass er durch das Zusammentreffen beider Entwicklungen dieses Jahr um einen halben Prozentpunkt vom Bruttoinlandsprodukt (BIP) höher ausfallen könnte.

Der niedrige Eurokurs treibt die Exporte, der niedrige Ölpreis verringert den Wert der Importe, beides zusammen vergrößert den Überschuss. Schon jetzt hat Deutschland mit rund sieben Prozent vom BIP den höchsten Überschuss aller großen EU-Staaten. Deshalb steht die Bundesregierung ständig in der Kritik von Partnerländern und internationalen Organisationen, die die hohe deutsche Exportstärke als Auslöser für weltwirtschaftliche Ungleichgewichte kritisieren.

Die komplette Geschichte finden Sie im neuen SPIEGEL.

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