Drittes Quartal EU-Wirtschaft wächst unbeeindruckt vom Brexit-Votum

Im ersten vollen Quartal nach dem Brexit-Votum ist Europas Wirtschaft um 0,3 Prozent gewachsen. Positive Signale gibt es vor allem aus Spanien.

Baustelle in Hamburg
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Das Brexit-Votum hat das Wirtschaftswachstum der Eurozone bislang nicht gedrosselt. Im dritten Quartal stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im gemeinsamen Währungsgebiet um 0,3 Prozent, wie das europäische Statistikamt Eurostat mitteilte. Genauso stark war das BIP im vorherigen Quartal gewachsen.

Die Briten hatten in einem Referendum am 23. Juni für den Austritt aus der Europäischen Union gestimmt. Der offizielle Austrittsantrag soll im kommenden Jahr folgen. Experten gehen davon aus, dass dieser mit wirtschaftlichen Einbußen verbunden wäre.

Vergleichsweise kräftig wuchs im dritten Quartal Spaniens Wirtschaft. Das BIP des Landes stieg um 0,7 Prozent. Frankreichs Wirtschaft, der nach Deutschland zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone, legte um 0,2 Prozent zu. Details für die Eurozone werden am 15. November veröffentlicht. Dann liegen auch erste Daten für Deutschland vor. Die meisten Fachleute gehen davon aus, dass sich das Wachstum von 0,4 Prozent im Frühjahr wohl etwas verlangsamt hat.

Inflationsquote stieg um 0,5 Prozent

Parallel zu den BIP-Zahlen veröffentlichte Eurostat auch die aktuelle Inflationsquote. Im Oktober verteuerten sich demnach Waren und Dienstleistungen zum Vorjahr um 0,5 Prozent. Im September lag die Inflationsrate mit 0,4 Prozent noch einen Tick niedriger. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent als Idealwert für die Konjunkturentwicklung an.

Die Währungshüter haben den Leitzins bereits auf null gesetzt und ein billionenschweres Wertpapierankaufprogramm aufgelegt, um die Wirtschaft anzukurbeln und die Inflation anzuheizen.

Dämpfend auf die Preise wirkten sich auch im Oktober die Kosten für Energie aus, für die die Verbraucher 0,9 Prozent weniger ausgeben mussten als vor Jahresfrist. Klammert man Energie aus, lag die Jahresteuerung bei 0,7 Prozent.

msc/Reuters/dpa

insgesamt 55 Beiträge
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Mindbender 31.10.2016
1. ...
Aha, 0,3 Prozent.
fatherted98 31.10.2016
2. Ja...
...soweit man hört ist man auf Mallorca und in Barcelona der vielen Touristen (die das Geld und den wirtschaftlichen Aufschwung bringen) bereits überdrüssig.
christa.hans 31.10.2016
3. +0,3%
Dann geht es ja vorwärts.
panzerknacker 51 31.10.2016
4. Na sowas!
Wurde nicht die letzten Wochen so berichtet, als ob der Brexit soetwas wie ein wirtschaftlicher Weltuntergang sei?
Patrik74 31.10.2016
5. Unbeeindruckt
weil irrelevant. Es wird keinen Breit geben. Die "Elite" will es nicht, und deshalb findet es nicht statt. Man wird das ganze über Jahre totverhandeln und dann beizeiten neu abstimmen lassen - falls so etwas in der EU dann überhaupt noch zulässig sein wird. Da in der "marktkonformen Demokratie" einzig und allein das Interesse "der Wirtschaft" zählt, und diese das nicht will, ist völlig gleichgültig, was dieser komische Produktionsfaktor namens "Volk" so will oder verlautbart. Ein Bauer fragt ja die Kühe auch nicht, wie der Stall gebaut werden soll - wo kommen wir denn da hin?
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