Rekordtief EZB hält an niedrigem Leitzins fest

Banken im Euroraum können sich nach wie vor äußerst günstig Geld leihen: Die Europäische Zentralbank belässt ihren Leitzins bei 0,05 Prozent - und bestraft weiterhin Institute, die Geld lieber bei ihr parken.
Passanten in der EZB-Zentrale: Kampf gegen die Deflation

Passanten in der EZB-Zentrale: Kampf gegen die Deflation

Foto: Arne Dedert/ dpa

Der Leitzins im Euroraum bleibt auf dem Rekordtief von 0,05 Prozent. Das beschloss der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt. Damit bleibt Zentralbankgeld für Geschäftsbanken extrem günstig. Zugleich verlangen die Währungshüter von den Geldinstituten weiterhin einen Strafzins von 0,2 Prozent, wenn diese Geld über Nacht bei der EZB parken. Damit will die EZB die Kreditvergabe ankurbeln.

Die Währungshüter um EZB-Präsident Mario Draghi versuchen, die Konjunktur auch mit einem gewaltigen Kaufprogramm anzuschieben, das seit 9. März läuft: Monatlich 60 Milliarden Euro sollen vor allem in Staatsanleihen investiert werden, insgesamt 1,1 Billionen Euro bis September 2016. Bis zum 10. April erwarb die EZB im Rahmen dieses Programms Staatsanleihen im Gesamtvolumen von rund 61,7 Milliarden Euro.

Das frische Geld kommt im Idealfall über die Geschäftsbanken in Form von Krediten bei Unternehmen und Verbrauchern an. Das könnte Investitionen und Konsum anschieben und so die Konjunktur in Schwung bringen.

Die EZB will zudem einen Absturz in eine Deflation verhindern: Sinken die Verbraucherpreise über einen längeren Zeitraum auf breiter Front, könnte das die Konjunktur ausbremsen. Denn Unternehmen und Konsumenten könnten Investitionen aufschieben in der Hoffnung, dass es bald noch billiger wird. Noch sinken die Preise im Euroraum, aber der Rückgang hat sich zumindest abgeschwächt.

dab/dpa
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