Geldpolitik Europäische Zentralbank hält an Nullzins fest

Die Null steht - auch im November. Die Europäische Zentralbank hat erneut auf eine Änderung ihres Leitzinses verzichtet. Wie es mit den umstrittenen Wertpapierkäufen weitergeht, lässt EZB-Chef Draghi weitgehend offen.
EZB-Zentrale in Frankfurt

EZB-Zentrale in Frankfurt

Foto: © Ralph Orlowski / Reuters/ REUTERS

Die Europäische Zentralbank (EZB) belässt ihren Leitzins zur Geldversorgung von Geschäftsbanken bei 0,0 Prozent. Das gab sie am Donnerstag bekannt. Der Schlüsselsatz liegt sei März auf dem Rekordtief.

Die EZB geht davon aus, dass die Leitzinsen für längere Zeit und weit über die Dauer ihrer Wertpapierkäufe hinaus auf dem aktuellen Niveau oder tiefer liegen werden. Auch die Strafzinsen für Banken, die Geld bei der Zentralbank parken, bleiben auf dem bisherigen Niveau von minus 0,4 Prozent.

Die EZB beschäftigte sich laut ihrem Präsidenten Mario Draghi noch nicht konkret mit der Zukunft ihrer billionenschweren Wertpapierkäufe. Der EZB-Rat habe auf seiner jüngsten Sitzung nicht über eine Verlängerung der Käufe über März 2017 hinaus debattiert, sagte Draghi. Auch habe man sich nicht mit der Möglichkeit einer Verringerung des monatlichen Kaufvolumens (Tapering) beschäftigt. Ein abruptes Ende der Wertpapierkäufe sei jedoch unwahrscheinlich.

Spekulationen über eine schrittweise Verringerung des Kaufvolumens von derzeit 80 Milliarden Euro pro Monat waren zuletzt aufgrund von Medienberichten aufgekommen und hatten an den Finanzmärkten zu spürbar höheren Marktzinsen geführt.

Draghi verwies auf die nächste Zinssitzung im Dezember, wenn dem geldpolitischen Rat neue Projektionen seines Mitarbeiterstabs zu Wachstum und Inflation vorliegen. Außerdem werde man sich dann mit der Arbeit von Fachgremien beschäftigen, die sich derzeit mit Problemen des Wertpapierkaufprogramms auseinandersetzen. Dazu gehören absehbare Knappheiten am Markt für Staatsanleihen. Viele Bundesanleihen weisen bereits so tiefe Renditen auf, dass die Euro-Wächter sie nach ihren eigenen Regeln nicht mehr kaufen dürfen.

dab/kig/Reuters/dpa
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