Studie zu Stresstest Europäischen Banken fehlen 280 Milliarden Euro

Europäische Banken müssen ihre Kapitaldecke einer Studie zufolge im kommenden Jahr deutlich aufpolstern: Im Zuge des Stresstests der Aufsichtsbehörden könnte bei den Geldinstituten ein Kapitalbedarf von 280 Milliarden Euro aufgedeckt werden, warnt die Unternehmensberatung PwC.
Blick aus dem künftigen Konferenzraum der EZB: Lücke von 280 Milliarden Euro

Blick aus dem künftigen Konferenzraum der EZB: Lücke von 280 Milliarden Euro

Foto: Mauritz Antin/ dpa

London - Vor den Ergebnissen des angekündigten Stresstests für europäische Banken fürchtet sich die Finanzbranche schon länger. Mehrere Studien haben unterschiedliche Fehlbeträge von bis zu einer Billion Euro prognostiziert. Jetzt haben die Wirtschaftsprüfer und Unternehmensberater von Pricewaterhouse Coopers (PwC) eine neue Studie vorgelegt, die den Kapitalbedarf der europäischen Banken auf 250 Milliarden Euro beziffert.

Um diese Summe müssten die Institute ihre Kapitalpolster aufstocken, wenn sie den Gesundheitscheck durch die europäischen Aufsichtsbehörden überstehen wollen, teilte PwC am Donnerstag mit. "Den europäischen Banken stehen einige turbulente Jahre bevor", sagte der zuständige PwC-Manager Miles Kennedy. Sowohl europäische als auch nationale Aufsichtsbehörden würden Druck auf die Banken ausüben, ihre Sicherheitspuffer zu stärken.

Die Europäische Zentralbank (EZB) will zunächst die Bilanzen der 128 größten europäischen Banken unter die Lupe nehmen, bevor sie in knapp einem Jahr die Aufsicht übernimmt. Anschließend sollen die Geldhäuser in einem Stresstest unter Beweis stellen, dass sie eine Krise, beispielsweise ausgelöst durch einen Konjunktureinbruch, mit einem ausreichenden Kapitalpuffer überstehen würden.

Institute wie die Deutsche Bank oder Barclays haben ihr Kapital bereits um Milliarden aufgestockt. PwC geht jedoch davon aus, dass die bisherigen Bemühungen der Branche nicht ausreichen. Einen Teil des noch bestehenden Kapitallochs könnten die Geldhäuser unter anderem durch den Verkauf von Unternehmensteilen beheben. Den größten Teil - nämlich 180 Milliarden Euro - müssen die Institute laut PwC aber durch die Aufnahme von frischem Kapital stopfen.

nck/Reuters
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