Kampf gegen Geldwäsche Europarat lobt Fortschritte des Vatikans

Der Vatikan kommt beim Umbau seiner Bank IOR offenbar voran: Der Europarat sieht deutliche Fortschritte beim Kampf gegen Korruption, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Die neuen Gesetze müssten allerdings noch in der Praxis getestet werden.

IOR Bank im Vatikan: Fortschritte beim Kampf gegen Geldwäsche
REUTERS

IOR Bank im Vatikan: Fortschritte beim Kampf gegen Geldwäsche


Straßburg - Der Vatikan hat nach Einschätzung des Europaratsausschusses Moneyval seine Gesetze zum Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung deutlich verbessert. Die rechtlichen Bestimmungen müssten allerdings noch in der Praxis getestet werden, hieß es in dem Fortschrittsbericht, den der Moneyval-Ausschuss zur Kontrolle von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung am Donnerstag in Straßburg veröffentlichte. Auch die Bestimmungen über die Beschlagnahmung von Besitz aus Geldwäsche seien verbessert worden. Im vergangenen Jahr hatten die Experten strengere Kontrollmechanismen gefordert.

Der Bericht "bestätigt die beträchtlichen Bemühungen des Heiligen Stuhls und des Vatikans, seine rechtlichen Bestimmungen zu stärken", hieß es in einer offiziellen Stellungnahme des Vatikans. Zu den Verbesserungen gehört nach Angaben des Direktors der vatikanischen Finanzaufsichtsbehörde AIF, René Brülhart, seit Oktober dieses Jahres ein neues Anti-Geldwäsche-Gesetz.

"Wir haben verschiedene Vereinbarungen über Zusammenarbeit mit anderen Geldwäsche-Meldestellen, darunter mit Italien, mit den USA oder vor ein paar Tagen mit Deutschland unterzeichnet. Das sind alles Elemente, die dazu geführt haben, dass Moneyval zum Schluss gekommen ist, dass man die Hausaufgaben im Vatikan gemacht hat", sagte Brüllhart im Rundfunksender Radio Vatikan.

In den letzten Jahren war der Vatikan bemüht, die Skandale um die Bank IOR (Institut für die religiösen Werke) in den Griff zu bekommen. Die Bank war mit der Mafia in Sizilien und anderen kriminellen Gruppen in Verbindung gebracht worden. Auch die Reformvorschläge von Papst Franziskus haben zu einer Verbesserung beigetragen.

nck/dpa-afxp

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kraus.roland 13.12.2013
1. Kulturschock mit Verzögerung!
Nachdem der Vatikan seit Jahrhunderten Religions- und Staatsterror finanziert hat und die subtileren Formen seiner reaktionären Einflussnahme bis heute anhalten, war es aber auch höchste Zeit die Talerchen zu putzen! Jetzt müssen nur noch die SUV-Bonzen ihr Treiben korrigieren, dann geht auch dem von den Golffürsten finanzierten Terrorwahn die Puste aus.
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