Eva-Lotta Sjöstedt Ikea-Managerin wird neue Karstadt-Chefin

Machtwechsel bei Karstadt: Die Ikea-Managerin Eva-Lotta Sjöstedt wird neue Chefin der angeschlagenen Warenhauskette. Die Nachfolgerin von Andrew Jennings übernimmt einen höchst undankbaren Job.

Managerin Sjöstedt: Unbequemer Chefposten
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Managerin Sjöstedt: Unbequemer Chefposten


Essen - Als Favoritin galt Eva-Lotta Sjöstedt schon länger, jetzt ist es offiziell: Die bisherige Ikea-Managerin übernimmt am 24. Februar 2014 den Chefposten bei Karstadt. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch mit und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht des SPIEGEL. Sjöstedt löst den aktuellen Chef Andrew Jennings ab.

Der Job, den sie antritt, gilt derzeit als einer der unattraktivsten Posten im deutschen Handel. Mitte September war bekannt geworden, dass Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen die lukrative Premium- und Sportsparte an den österreichischen Immobilieninvestor René Benko verkauft. Handelsexperten gehen deshalb von einer Zerschlagung des Karstadt-Konzerns aus. Entsprechend schwierig gestaltete sich die Chefsuche. In den vergangenen Monaten hatte ein Kandidat nach dem anderen dankend abgewinkt.

Die 47-jährige Schwedin Sjöstedt hatte für Ikea in den vergangenen Jahren unter anderem in Japan und den Niederlanden gearbeitet. Zuletzt war sie im schwedischen Möbelhaus für das Multichannel-Geschäft, also die Verknüpfung von Internet und stationärem Handel, verantwortlich.

Erfahrung mit dem schwierigen und wettbewerbsintensiven deutschen Einzelhandelsmarkt hat sie offenbar nicht. Doch ist ihr das für Karstadt zentrale Geschäft mit Textilien nicht unbekannt. Sie begann ihre Karriere als Modedesignerin und Fashion-Einkäuferin für verschiedene Einzelhändler.

Der bisherige Karstadt-Chef Jennings verlässt den Warenhauskonzern zum Jahreswechsel. Er war vom damaligen Karstadt-Alleineigentümer Berggruen Anfang 2011 als Sanierungsexperte nach Essen geholt worden und hatte dem Konzern ein ehrgeiziges Modernisierungskonzept unter dem Titel "Karstadt 2015" verordnet. Doch kam der Warenhauskonzern auch unter seiner Führung nicht aus den Turbulenzen heraus. Erst im Herbst musste Jennings einräumen, das der künftige Weg des Unternehmens "weiter herausfordernd" sei.

ssu/dpa-AFX



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