Sorge vor Pleitewelle Chinesischer Krisenkonzern Evergrande kommt weiterer Zahlung nicht nach

Es ist der dritte Zahlungsausfall binnen drei Wochen: Die Krise um den chinesischen Immobilienriesen Evergrande verschärft sich weiter. Liquiditätsengpässe betreffen auch andere Firmen aus der Branche.
Evergrande-Center in Shanghai (Archivbild)

Evergrande-Center in Shanghai (Archivbild)

Foto: HECTOR RETAMAL / AFP

Die schlechten Nachrichten reißen nicht ab: Chinas wankender Immobilienriese Evergrande ist seinen Anleihegläubigern erneut fällige Zinszahlungen schuldig geblieben.

Damit wächst die Sorge vor einem Flächenbrand am Immobiliensektor, weil in nächster Zeit eine Reihe von Zahlungsverpflichtungen fällig werden. »Wir sehen weitere Ausfälle voraus, wenn sich das Liquiditätsproblem nicht deutlich verbessert«, teilte die Maklerfirma CGS-CIMB mit. Auch andere Bauträger mit schwächerer Bonität hätten derzeit Schwierigkeiten bei der Refinanzierung.

Nachdem Evergrande im September bereits zwei Zinszahlungen verpasst hatte, kam der Konzern Anleihegläubigern zufolge am Dienstag neuen Zahlungsverpflichtungen nicht nach. Den Angaben zufolge standen Kuponzahlungen in Höhe von insgesamt 148 Millionen Dollar für Anleihen mit den Laufzeiten April 2022, April 2023 und April 2024 an. Von Evergrande war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Mit dem dritten Zahlungsausfall innerhalb von drei Wochen sinken die Aussichten, dass Evergrande nach der eingeräumten Zahlungsfrist die Gläubiger bedienen wird. Für die Ende September fällig gewordenen Zinsen läuft eine Nachreichfrist von 30 Tagen. Der Konzern sitzt auf einem Schuldenberg von mehr als 300 Milliarden Dollar.

Mehrere Immobilienfirmen in Schwierigkeiten

Im Zuge der Liquiditätsengpässe in dem Sektor sind in der Volksrepublik bereits weitere Immobilienfirmen in Schwierigkeiten geraten. Zuletzt bemühten sich die kleineren Bauträger Modern Land und Sinic Holdings darum, Fristen für Zinszahlungen verschieben zu können. Auch der Rivale Fantasia Holdings ließ bereits eine Frist für Zinszahlungen verstreichen.

Die Schuldenprobleme von Evergrande haben in den vergangenen Monaten weltweit Sorgen an den Aktienmärkten ausgelöst. Die Aktien des zweitgrößten Wohnungsbaukonzerns in China waren vor einer Woche an der Börse in Hongkong vom Handel ausgesetzt worden. Berichten zufolge plant der Konzern einen milliardenschweren Beteiligungsverkauf.

»Viele Marktteilnehmer befinden sich derzeit in einer abwartenden Haltung«, sagte Zhang Zihua, Investmentchef bei Beijing Yunyi Asset Management. »Die Anleger warten gespannt darauf, ob Peking Maßnahmen ergreift, um das Schuldenproblem von Evergrande zu lösen, was umfassende Pläne erfordern würde.«

bam/Reuters
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