Tarifstreit EVG hält Angebot der Bahn für "nicht ausreichend"

Beim Konflikt zwischen Bahn und GDL ist eine Lösung in Sicht. Die Konkurrenz-Gewerkschaft EVG ist damit nicht einverstanden. Sie bemängelt: Mitarbeiter werden von den Vereinbarungen ausgeschlossen.

Mitglieder der EVG in Frankfurt: "Vorschlag der Bahn unzureichend"
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Mitglieder der EVG in Frankfurt: "Vorschlag der Bahn unzureichend"


Frankfurt - Beim Tarifstreit zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft der Lokführer (GDL) kam es nach monatelangen Verhandlungen zu einer Teileinigung. Allerdings ist die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) nicht zufrieden: Sie hält das Tarifangebot der Bahn für nicht ausreichend.

Die Bahn hatte allen GDL-Mitgliedern eine Einmalzahlung von 510 Euro und eine Stunde weniger Wochenarbeitszeit zugestanden. Das Angebot gelte auch für die EVG, kündigte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber an. Der EVG reicht das aber nicht. In dem Angebot fehlten Dienstleistungbereich und Nachwuchskräfte, sagte EVG-Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba. Das sei für die EVG nicht akzeptabel.

"Wir wollen, dass alle Beschäftigten, für die wir derzeit bei der Deutschen Bahn Tarifverhandlungen führen, von einer Einmalzahlung profitieren", sagte Rusch-Ziemba. "Der Dienstleistungsbereich und die Auszubildenden dürfen da nicht ausgeklammert werden." Die EVG erwarte von der Bahn eine entsprechende Zusage in der nächsten Verhandlungsrunde am 14. Januar.

GDL sowie EVG hatten erklärt, bis in den Januar hinein auf Streiks bei der Deutschen Bahn zu verzichten.

kry/dpa



insgesamt 3 Beiträge
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maxbee 18.12.2014
1. Na so was!
Wie unbescheiden von der DGB-Gewerkschaft EVG, nachdem diese jahrzehntelang jede Zumutung der Bahn gegenüber ihren Mitgliedern hingenommen hatte. Da hat die GDL der EVG mächtig Feuer unter dem Arsch gemacht, worauf diese sich auf das besinnt, worauf sie von selbst nie gekommen wäre: Lohn- und Arbeitsverbesserungen für ihre Mitglieder rauszuholen. Natürlich im Bewusstsein anderenfalls noch das letzte Mitglied an die GDL zu verlieren.
berufskonsument 18.12.2014
2.
Schon lustig: Die GDL kämpft für ihre Mitglieder und ihrem Chef wird Profilierungssucht und Größenwahn unterstellt. Die EVG wacht erst auf, als sie sich von der GDL bedroht sieht, und spielt jetzt Arbeitskampf, um nicht gegenüber der GDL zurückzustecken. Und die Medien schweigen. Kann man auch verstehen: Wenn sie den ganzen Vorgang beleuchten würden, müssten sie womöglich Selbstkritik üben.
derwahredemokrat 18.12.2014
3. Ist doch klar, dass der Kampf jetz erst losgeht
Jede Gewerkschaft will den besseren Abschluss für ihre Mitglieder. D.h., eine wird immer unzufrieden sein und streiken.
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