Chemiekonzern Evonik-Aktie startet bei 33 Euro

Im vierten Anlauf hat es geklappt: Der Chemieriese Evonik hat den Gang an die Frankfurter Börse geschafft. Die Aktie startete mit einem Kurs von 33 Euro, Konzernchef Engel sprach von "einem guten Tag".


Frankfurt am Main - Evonik ist nach drei vergeblichen Anläufen an der Frankfurter Börse angekommen. Zu je 32,20 Euro waren die letzten Papiere am Mittwoch an Investoren gegangen, mit 33 Euro erschien die Evonik-Aktie am Donnerstag erstmals auf der Kurstafel. "Die erste Notierung zeigt das Vertrauen der Investoren", sagte Konzernchef Klaus Engel. "Das macht den heutigen Tag zu einem guten Tag."

Das umstrittene Experiment, die Aktien vor dem Gang an die Börse nicht öffentlich anzubieten, sondern in drei Schritten bei großen Anlegern zu platzieren, sei geglückt. "Das Ergebnis zeigt: Unser Weg war richtig", sagte Engel. Die Investoren, die bereits im Februar zugegriffen hatten, konnten schon mit der Erstnotiz rund zehn Prozent Kursgewinn mitnehmen. Bei einem normalen Börsengang hätten die Eigentümer von Evonik und die Banker spätestens Ende der vergangenen Woche, als die Börsen absackten, kalte Füße bekommen. "In diesem Umfeld hätte man nie zwei Milliarden Euro platzieren können", sagte ein Investmentbanker am Rande des Börsenparketts.

Zwei Milliarden Euro haben die RAG-Stiftung und der Finanzinvestor CVC mit dem Aktienverkauf eingenommen, 14,5 Prozent von Evonik sind seit Donnerstag in Händen von Anlegern. Der Konzern ist der dickste Brummer, der in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland an die Börse gegangen ist. Zum ersten Kurs war das Unternehmen 15,4 Milliarden Euro wert - vor zehn Monaten hatten die Anleger es nur mit zwölf Milliarden bewertet. "Ein solches Unternehmen gehört auf den Kurszettel", sagte Vorstandschef Engel.

Doch die Börsenumsätze von Evonik hielten sich am ersten Tag in Grenzen, weil nur wenige hundert Investoren Aktien zugeteilt bekommen hatten. "Wir mussten am Schluss Investoren, die bis zu fünf Prozent zeichnen wollten, leider ablehnen", sagte der Chef der RAG-Stiftung, Werner Müller, dem "Handelsblatt". Vorstandschef Engel rechnet damit, dass die Altaktionäre bald weitere Anteile abgeben werden: "Ich gehe schon davon aus, dass wir in den nächsten Monaten mehr Liquidität in der Aktie sehen werden."

Vor allem CVC, 2008 eingestiegen und nun noch mit rund 18 Prozent beteiligt, dürfte bald weitere Aktien auf den Markt werfen. Die RAG-Stiftung, die die Altlasten des deutschen Kohlebergbaus finanzieren muss, soll langfristig auch auf bis zu 25 Prozent abbauen. "Dafür haben wir viel Zeit", sagte Müller. Noch hält sie 68 Prozent.

cte/Reuters

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insgesamt 2 Beiträge
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rabenkrähe 25.04.2013
1. jaja
Zitat von sysopIm vierten Anlauf hat es geklappt: Der Chemieriese Evonik hat den Gang an die Frankfurter Börse geschafft. Die Aktie startete mit einem Kurs von 33 Euro, Konzernchef Engel sprach von "einem guten Tag". http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/evonik-kurs-startet-mit-33-euro-a-896560.html
........ Mensch, die sind doch Sponsor vom BVB, da müßten dann doch die Millionen zusammengekommen sein, um Lewandowski zu halten.... rabenkrähe
londonium 26.04.2013
2. Wie bitte...
passt das zusammen - der Steuerzahler subventioniert den Kohlebergbau und damit dieses Unternehmen (wie ueblich wird einem "Berater" (oder klingt "consultant" unverfaenglicher?) viel Geld in den Rachen geworfen damit ein neuer Name erfunden werden kann, aber das eigentliche Unternehmen betreibt hauptsaechlich Kohleabbau - heisst das der Steuerzahler berappt die (eventuelle) Dividende der neuen und alten Aktionaere (seit 2009)?
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