Empfehlung für Shopping-Portal Ex-Börsenguru Frick gesteht Kursmanipulation

Teilgeständnis im Betrugsprozess: Der ehemalige TV-Börsenexperte Markus Frick hat zugegeben, 1,9 Millionen Euro für die Empfehlung einer Aktie erhalten zu haben. Alle anderen Wertpapiere habe er nach bestem Wissen empfohlen.
Ex-Fernsehmoderator Frick (Archivbild): 1,9 Millionen Euro für Empfehlung

Ex-Fernsehmoderator Frick (Archivbild): 1,9 Millionen Euro für Empfehlung

Foto: Robert Schlesinger/ picture alliance / dpa

Frankfurt am Main - Der einstige TV-Börsenexperte Markus Frick hat gestanden, einen Millionen-Euro-Betrag im Gegenzug für die Empfehlung einer Aktie erhalten zu haben. Er habe 1,9 Millionen Euro in bar bekommen, sagte Frick am Dienstag vor dem Landgericht Frankfurt. Dafür habe er die Papiere eines Shopping-Portals in einem von ihm selbst verfassten Börsenbrief empfohlen.

Von der Summe habe er 660.000 Euro an seine ebenfalls angeklagten Geschäftspartner weitergeleitet, sagte der 41-Jährige. Er sei bereit, die bei ihm verbliebenen 1,24 Millionen Euro an das Gericht zu übergeben. Alle übrigen Aktien habe er nach bestem Wissen empfohlen und dafür auch keine versteckten Zahlungen erhalten. An seinem Fehler trage er schwer.

Frick war durch die TV-Sendung "Make Money - Die Markus Frick Show" auf N24 bekannt geworden. Es ist nicht der erste Prozess gegen ihn. Wegen strafbarer Aktienempfehlungen war er bereits im April 2011 vom Berliner Landgericht rechtskräftig zu einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Zudem erklärte das Gericht 42 Millionen Euro aus dem Vermögen einer Treuhandgesellschaft für verfallen, bei der Frick Aktienpakete besaß.

Mutmaßlicher Schaden von 625.000 Euro

In dem aktuellen Prozess vor dem Landgericht Frankfurt wird ihm der Nachrichtenagentur dpa zufolge nun vorgeworfen, in einem Börsenbrief für den Kauf von drei Aktien geworben zu haben, weil deren Kurs in Kürze steigen würde. Die etwa 3000 Empfänger des Börsenbriefs sollten im Mai 2012 ein Musterdepot nachbilden. Er und weitere Verdächtige sollen vorgegeben haben, bestimmte Aktien selbst für das Musterdepot kaufen zu wollen - dann würde der Preis steigen.

Durch den Kauf der Anleger stiegen die Werte kurzzeitig, so dass die mutmaßlichen Auftraggeber ihre Aktien über dem eigentlichen Wert verkauft haben sollen. Mehreren Dutzend Anlegern, die der Empfehlung aus dem Börsenbrief folgten, sei ein Schaden von insgesamt 625.000 Euro entstanden. Frick sitzt bereits seit Anfang des Jahres in Untersuchungshaft. Mit ihm sind zwei mutmaßliche Mitstreiter angeklagt.

fdi/dpa