Ex-Deutsche-Bank-Chef Ackermann verlässt Siemens-Aufsichtsrat

Josef Ackermann gibt seinen Aufsichtsratsposten bei Siemens auf. Grund für den Rückzug ist offenbar das zerrüttete Verhältnis zu Aufsichtsratschef Gerhard Cromme.
Josef Ackermann: "Wir hatten unterschiedliche Vorstellungen ..."

Josef Ackermann: "Wir hatten unterschiedliche Vorstellungen ..."

Foto: A3778 Fredrik von Erichsen/ picture alliance / dpa

Frankfurt am Main - Josef Ackermann legt nach dem Rücktritt beim Versicherungskonzern Zurich auch sein Aufsichtsratsmandat bei Siemens nieder. "Ich habe entschieden, aus dem Aufsichtsrat von Siemens zurückzutreten," sagte Ackermann am Donnerstag bei einer Buchvorstellung in Berlin. "Wir hatten unterschiedliche Vorstellungen, wie man den Prozess der Nachfolge gestaltet," sagte er zur Begründung.

Ohne den Namen von Aufsichtsratschef Gerhard Cromme zu nennen, sprach Ackermann von einer "Diskrepanz in Stil- und Fairnessfragen". Cromme hatte sich intern für die Ablösung von Vorstandschef Peter Löscher stark gemacht - und sich damit auch durchgesetzt. Ackermann hatte dagegen versucht, Löscher zu halten, war damit aber gescheitert. Auch intern hatte er den Umgang dem geschassten Siemens-Chef kritisiert.

"Der einzige Moment, wenn ich emotional werde, ist dann, wenn ich das Gefühl habe, es wird unfair mit Menschen umgegangen", sagte Ackermann am Donnerstag. "Und da zähle ich auch Vorstandsvorsitzende dazu." Zugleich betonte der Schweizer, dass er seine anderen Aufsichtsratsmandate, darunter bei Shell, behalten werde.

Erst vor zwei Wochen hatte Ackermann mit einem Rücktritt für Schlagzeilen gesorgt. Er gab seinen Posten als Verwaltungsratspräsident des Schweizer Versicherungskonzerns Zurich auf. Sein Rücktritt war verknüpft mit dem Suizid von Pierre Wauthier, dem Finanzvorstand der Zurich Insurance Group.

Jegliche Verantwortung für den Suizid von Wauthier wies Ackermann allerdings von sich. "Dass ich in einem Brief verantwortlich oder mitverantwortlich gemacht werde, muss ich in aller Entschiedenheit zurückweisen", sagte der Banker.

lei/stk/dpa/Reuters
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