Ex-Ebay-Manager Yahoo findet neuen Chef

Vier Monate dauerte die Führungskrise bei Yahoo, jetzt hat der angeschlagene Internetkonzern einen neuen Chef gefunden: Scott Thompson, bisher einer der Hauptverantwortlichen beim Internet-Bezahldienst PayPal, soll Yahoo wieder profitabel machen.
Der neue Yahoo-Chef Scott Thompson: Ende von vier Monaten Führungskrise

Der neue Yahoo-Chef Scott Thompson: Ende von vier Monaten Führungskrise

Foto: REUTERS/PayPal

New York - Vier Monate nach dem Rausschmiss von Firmenchefin Carol Bartz hat Yahoo einen neuen Chef gefunden. Scott Thompson wird am Montag seinen Posten als Vorstandsvorsitzender antreten - Thompson war zuvor Präsident von PayPal, der Bezahlsparte des Online-Auktionshauses Ebay. Yahoo-Interimschef Tim Morse wird wieder auf seinen Posten als Finanzvorstand zurückkehren.

Thompson studierte Buchhaltung und Computerwissenschaften und hat wenig Erfahrung mit den Yahoo-Kernbereichen wie Online-Werbung oder Medien. Dafür gilt er als guter Organisator und das ist in dem Konzern nach Monaten ohne Führung gewünscht. Einer Unternehmensmitteilung zufolge soll Thompson seinen Fokus auf das Kerngeschäft von Yahoo richten und mit dem Vorstand "die besten Lösungen für das Unternehmen und seine Aktionäre ermitteln".

Thompson selbst sagte nach seiner Ernennung, Yahoo werde oft unterschätzt. Zu den Stärken zählten die hohe Nutzerzahl, der Zugang zu großen Datenmengen und eine populäre Marke. Er wollte noch nicht in die Tiefe gehen, was das Yahoo-Geschäft angeht, versprach aber, ihm Unbekanntes "wie ein Schwamm" aufzusaugen.

Der kriselnde Internetkonzern braucht dringend eine neue Strategie. Yahoo versucht seit Jahren, sich gegen die starke Konkurrenz von Google und Facebook zu behaupten - wegen stagnierender Umsätze befindet sich das Unternehmen in einem ständigen Umbau. Vor kurzem hatte es unter US-Lobbyisten geheißen, der chinesische Internet-Händler Alibaba bereite ein Gebot für Yahoo vor. Das Unternehmen soll in den USA Lobbyisten angeheuert haben, die es bei dem Vorhaben unterstützen könnten.

nck/dpa/Reuters
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