VW-Affäre Volkerts brasilianische Ex-Geliebte muss vor Gericht

Die Lustreisen bei Volkswagen haben ein spätes Nachspiel: Die frühere Geliebte von Ex-Betriebsratschef Klaus Volkert muss sich vor einem deutschen Gericht verantworten. Sie soll das Unternehmen um insgesamt 350.000 Euro geschädigt haben.

Ex-Betriebsratschef Volkert: Als einziger ins Gefängnis
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Ex-Betriebsratschef Volkert: Als einziger ins Gefängnis


Braunschweig - Fast sieben Jahre nach Beginn der VW-Affäre um Schmiergelder und Lustreisen auf Firmenkosten muss sich die frühere Geliebte des Ex-Betriebsratschefs Klaus Volkert vor Gericht verantworten. Der 47-Jährigen wird Beihilfe zur Untreue in 26 Fällen vorgeworfen, teilte das Landgericht Braunschweig am Donnerstag mit. Der Prozess soll am 27. März vor dem Amtsgericht Wolfsburg beginnen.

Das Gericht nennt eine Schadenssumme von 350.000 Euro. Die aus Brasilien stammende Frau habe aufgrund von Scheinrechnungen insgesamt rund 250.000 Euro einkassiert, ohne dass sie Leistungen dafür erbrachte. Ihr wird vorgeworfen, dass sie gewusst habe, darauf keinen Anspruch zu haben. Außerdem soll sie in 15 weiteren Fällen rein private Kosten für Flüge, Hotelaufenthalte und Sprachkurse in Höhe von insgesamt rund 100.000 Euro zu Lasten von Volkswagen Chart zeigen abgerechnet haben.

Das Geld war ihr vom damaligen Arbeitsdirektor Peter Hartz überwiesen worden, um sich das Wohlwollen des mächtigen Betriebsratschefs zu erhalten. Hartz war im Zuge der Affäre im Sommer 2005 zurückgetreten und im Januar 2007 vom Landgericht Braunschweig nach einem umstrittenen Justiz-Deal zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung sowie einer Geldstrafe von rund 576.000 Euro verurteilt worden. Er hatte gestanden, Volkert mit Sonderzahlungen in Millionenhöhe gekauft zu haben.

Gut ein Jahr später war Volkert zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Er war der einzige von anfangs 14 Beschuldigten in dem Skandal, der ins Gefängnis musste. Etwa ein Jahr und neun Monate nach Antritt seiner Strafe kam er Anfang September vergangenen Jahres wieder frei.

dab/dpa/dapd

insgesamt 17 Beiträge
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Seite 1
waldemar 15.03.2012
1. Was ich nicht verstehe ...
Zitat von sysopddpDie Lustreisen bei Volkswagen haben ein spätes Nachspiel: Die frühere Geliebte von Ex-Betriebsratschef Klaus Volkert muss sich vor einem deutschen Gericht verantworten. Sie soll das Unternehmen um insgesamt 350.000 Euro geschädigt haben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,821556,00.html
... ist, was der "Dame" eigentlich vorgeworfen wird. Sie hat Rechnungen an die VW-AG gestellt. Die dahinterstehenden "Leistungen" stehen auf einem anderen Papier. Der einzige, der sich imho vor Gericht zu rechtfertigen hat ist der (verliebte) Trottel, der die Rechnungen quasi abgezeichnet und zur Zahlung freigegeben hat. Irgendwie war ich der Meinung, dass diese Personen entweder noch einsitzen oder zumindest rechtskräftig verurteilt sind. Aber: Ich werde ja nicht bezahlt, um irgendwas zu verstehen ...
Flari 15.03.2012
2.
Zitat von waldemar... ist, was der "Dame" eigentlich vorgeworfen wird. Sie hat Rechnungen an die VW-AG gestellt. Die dahinterstehenden "Leistungen" stehen auf einem anderen Papier. Der einzige, der sich imho vor Gericht zu rechtfertigen hat ist der (verliebte) Trottel, der die Rechnungen quasi abgezeichnet und zur Zahlung freigegeben hat. Irgendwie war ich der Meinung, dass diese Personen entweder noch einsitzen oder zumindest rechtskräftig verurteilt sind. Aber: Ich werde ja nicht bezahlt, um irgendwas zu verstehen ...
Einfach lesen: "Der 47-Jährigen wird *_Beihilfe zur Untreue_* in 26 Fällen vorgeworfen..."
vogelskipper 15.03.2012
3. Nur Betriebsrat ohne Bewährung.
Geht es nur mir so oder ist es wieder einmal typisch, dass von 14 Personen, die alle in diesen Sumpf verwickelt waren, mal wieder nur derjenigge ohne Bewährung verurteilt wurde, der nicht der "herrschenden Klasse" angehörte, sondern als Betriebsratchef aus der Arbeiterschaft kam? Früher schien so etwas nur in den USA normal zu sein, aber in den letzten Jahren ist es in diesem Land auch keinen Deut besser geworden.
rainer_daeschler 15.03.2012
4. Herrschende Klasse?
Zitat von vogelskipperGeht es nur mir so oder ist es wieder einmal typisch, dass von 14 Personen, die alle in diesen Sumpf verwickelt waren, mal wieder nur derjenigge ohne Bewährung verurteilt wurde, der nicht der "herrschenden Klasse" angehörte, sondern als Betriebsratchef aus der Arbeiterschaft kam? Früher schien so etwas nur in den USA normal zu sein, aber in den letzten Jahren ist es in diesem Land auch keinen Deut besser geworden.
Mit 360.000€ Jahresgehalt, Ausstattung mit dem Dr. h.c. durch die TU Braunschweig und Nutzungsrecht der Firmenjets, nach eigenen Bekunden brauchte er dazu nur den Telefonhörer hochheben, gehörte er immerhin zur "herrschenden Klasse" der Arbeiterschaft.
laluna3 15.03.2012
5. Geliebte
Zitat von sysopddpDie Lustreisen bei Volkswagen haben ein spätes Nachspiel: Die frühere Geliebte von Ex-Betriebsratschef Klaus Volkert muss sich vor einem deutschen Gericht verantworten. Sie soll das Unternehmen um insgesamt 350.000 Euro geschädigt haben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,821556,00.html
was wirft man der Dame eigentlich vor? Sie hat die Herren abgezockt und die Volltrottel haben bezahlt. Soll VW sich doch das Geld von Volkert und Hartz zurueckholen. Die haben sich doch das Vergnuegen gekauft.
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