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09. August 2013, 09:49 Uhr

"Wal von London"

Ex-JP-Morgan-Händler soll ungeschoren davonkommen

Er hat seinem Arbeitgeber einen Milliardenverlust eingebrockt - dennoch muss ein ehemaliger Händler der US-Großbank JP Morgan offenbar nicht vor Gericht. Laut "Wall Street Journal" steht der als "Wal von London" bekannt gewordene Mann nicht mehr im Fokus der Ermittler.

Washington - Der ehemalige JP-Morgan-Händler Bruno Iksil kommt wohl ungeschoren davon. Laut "Wall Street Journal Deutschland" wird sich der als "Wal von London" bekannt gewordene Händler wohl nicht vor Gericht verantworten müssen. Seine riskanten Wetten hatten der US-Großbank einen Milliardenverlust beschert. Die Nachrichtenseite beruft sich auf mehrere namentlich nicht genannte Personen, die mit den Vorgängen vertraut seien.

Demnach ermittle das US-Justizministerium, ob die in den Skandal verwickelten Händler ihre Positionen wissentlich falsch bewertet haben, um das Ausmaß der Verluste zu verschleiern. Iksil stehe aber nicht mehr im Zentrum der Ermittlungen.

Fehlgeleitete Wetten auf Derivate haben JP Morgan 2012 einen Verlust von mehr als sechs Milliarden Dollar eingebrockt. Iksil soll für das Geldhaus große Mengen versicherungsähnlicher Produkte wie Kreditausfallversicherungen (CDS) gekauft und weiterverkauft haben. Laut "Wall Street Journal" im falschen Moment: Er spekulierte offenbar auf sinkende Preise, dann gingen sie nach oben.

Er soll aber später versucht haben, seine Chefs zu warnen: So habe er die aufgebauten Positionen in einem Gespräch als "mehr und mehr monströs" bezeichnet, zitiert WSJ.de aus einem Untersuchungsbericht des US-Senats. In einer E-Mail an seinen damaligen Chef habe er das Ausmaß der Geschäfte als "beängstigend" beschrieben.

cte

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