Ex-MAN-Chef Hakan Samuelsson übernimmt Führung bei Volvo

Der frühere MAN-Chef Hakan Samuelsson hat einen neuen Job. Er wird künftig den schwedischen Autohersteller Volvo führen. Doch der berufliche Neustart ist belastet. Gegen den Manager ermittelt die Münchner Staatsanwaltschaft in der MAN-Schmiergeldaffäre.

Volvo-Chef Samuelsson: Neustart in Schweden
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Volvo-Chef Samuelsson: Neustart in Schweden


Stockholm - Der schwedische Autohersteller Volvo bekommt einen neuen Chef. Der frühere MAN-Vorstandsvorsitzende Hakan Samuelsson führt künftig das Unternehmen. Vor knapp vier Wochen hatte der bisherige Volvo-Chef Stefan Jacoby einen Gehirnschlag erlitten. Nun zieht sich der Deutsche von der Spitze zurück.

Nach seiner Erkrankung im September hieß es zunächst, Jacoby werde nach etwa einem Monat wieder an seinen Arbeitsplatz zurückkehren. Vize-Aufsichtsratschef Hans-Olov Olsson sagte, die Ablösung Jacobys habe nichts mit dessen angeschlagener Gesundheit zu tun. Sie sei allein der "geschäftlichen Situation" wegen fehlender Erfolge in China geschuldet.

Nachfolger Samuelsson war bis 2009 Konzernchef beim Münchner Nutzfahrzeughersteller MAN und gehört seit 2010 dem Aufsichtsrat von Volvo Cars an. Allerdings kann Samuelsson das Kapitel MAN Chart zeigen noch nicht abhaken. Bei dem Lastwagenhersteller flog ein Schmiergeldskandal auf. Der Konzern fordert von Samuelsson 237 Millionen Euro Schadensersatz.

Inzwischen ermittelt die Münchner Staatsanwaltschaft auch gegen den Schweden Samuelsson wegen Beihilfe zur Bestechung. Samuelsson sagte, Vorwürfe über Mitwisserschaft weise er zurück. "Ich bin mir sicher, dass ich mich richtig verhalten habe." Anton Weinmann, der frühere Chef der MAN-Nutzfahrzeugsparte, wurde inzwischen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Bei seinem neuen Arbeitgeber Volvo wird Samuelsson als Sanierer gebraucht. 2010 hatte der US-Autokonzern Ford Chart zeigen den schwedischen Pkw-Hersteller an den chinesischen Konkurrenten Geely verkauft. Nach Anfangserfolgen hat Volvo im laufenden Jahr mit einem kräftigem Nachfragerückgang sowie roten Zahlen zu kämpfen und steht vor der Kurzarbeit.

"Ich bin überzeugt davon, dass Hakan Samuelssons profunde Erfahrung und Führungskraft uns zur Verbesserung der Unternehmensleistung bringen wird", sagte Geelys Mehrheitseigner Li Shufu. Volvo habe gute Möglichkeiten, die Ertragslage zu verbessern und vor allem in China das Wachstum zu beschleunigen.

Samuelsson kündigte an, er wolle die Ertrags- und Kostenlage verbessern. Volvo Cars wird in Göteborg unabhängig vom schwedischen Nutzfahrzeughersteller Volvo AB betrieben.

mmq/dpa-AFX



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lynx2 19.10.2012
1. Da wechselt einer..
Zitat von sysopREUTERSDer frühere MAN-Chef Hakan Samuelsson hat einen neuen Job. Er wird künftig den schwedischen Autohersteller Volvo führen. Doch der berufliche Neustart ist belastetet. Gegen den Manager ermittelt die Münchner Staatsanwaltschaft in der MAN-Schmiergeldaffäre. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/ex-man-chef-samuelsson-wird-chef-von-autohersteller-volvo-a-862244.html
.. aus dem Korrupti-Land Deutschland zu einer Firma aus dem Mega- Korrupti-Land China. Das paßt doch. Für eine chines. Firma ist er also gut tragbar. Eine Kassiererin in D verliert wegen 1 €-Pfandbon-Mitnahme ihren Job und wird wahrscheinlich nie mehr einen bekommen, auch nicht bei einer chines. Firma. Dort müßte sie erst den Geschäftsführer bestechen, aber da fehlt ihr die Kohle.
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