Ex-Renault-Chef Ghosn "Ich bereite mich darauf vor, die Wahrheit zu sagen"

Laut seinen Kautionsauflagen darf der geschasste Renault-Chef Carlos Ghosn kein Internet benutzen. Auf Twitter kündigte er nun dennoch eine Pressekonferenz an.
Carlos Ghosn im Jahr 2018

Carlos Ghosn im Jahr 2018

Foto: Regis Duvignau/ REUTERS

Der abgesetzte und wegen Untreue angeklagte Renault-Chef Carlos Ghosn hat eine Pressekonferenz angekündigt, auf der er sich zu den Vorwürfen gegen ihn äußern will. "Ich bereite mich darauf vor, die Wahrheit zu sagen", schrieb Ghosn von einem neu eingerichteten Nutzerkonto bei dem Kurznachrichtendienst Twitter in zwei Nachrichten auf Englisch und Japanisch. "Pressekonferenz am Donnerstag, 11. April."

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Der Account @carlosghosn trägt das blau unterlegte Häkchen, mit dem angezeigt wird, dass Twitter die Identität des Nutzers verifiziert hat. Laut Ghosns Kautionsauflagen darf er kein Internet nutzen. Der Tweet könnte jedoch in seinem Auftrag verfasst worden sein, wie bei Prominenten üblich. Vertreter von Ghosn waren zunächst nicht für einen Kommentar zu erreichen.

Ghosn, der Nissan   einst vor der Pleite gerettet und mit Renault   und Mitsubishi   zu einer mächtigen Autoallianz zusammengeführt hatte, war im November in Tokio festgenommen und angeklagt worden. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, seine Einkünfte zu niedrig angegeben zu haben. Er selbst wies die Vorwürfe zurück.

Laut einem Bericht der japanischen Zeitung Yomiuri Shimbun plant die Tokioter Staatsanwaltschaft eine weitere Anklage gegen Ghosn. Dabei gehe es um verdächtige Zahlungen an Geschäftspartner in Oman.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, ihm sei keine neue Untersuchung bekannt. Ein Sprecher von Ghosn hatte erklärt, die Zahlung von 32 Millionen sei eine Belohnung für einen besonders erfolgreichen Nissan-Händler gewesen und nicht von Ghosn selbst veranlasst worden.

dab/Reuters