Ex-T-Mobile-Manager Philipp Humm wird Zentraleuropa-Chef bei Vodafone

Der Mobilfunkkonzern Vodafone organisiert sein Europa-Geschäft um - und ernennt den Ex-Telekom-Manager Philipp Humm zum neuen Zentraleuropa-Chef. Humm steigt damit auf einen Schlag zu einem der wichtigsten Widersacher der Telekom auf.
Ex-Telekom-Manager Philipp Humm (im Mai 2011): Neuer Job bei der Konkurrenz

Ex-Telekom-Manager Philipp Humm (im Mai 2011): Neuer Job bei der Konkurrenz

Foto: MANDEL NGAN/ AFP

Düsseldorf/Bonn - Erst gestern war bekannt geworden, dass der Deutsche Philipp Humm seinen Job bei der US-Mobilfunktochter der Deutschen Telekom aufgibt. Jetzt wird klar, dass Humm auch noch auf einen Schlag zu einem der wichtigsten Widersacher der Telekom avanciert. Denn der Mobilfunkriese und ärgste Telekom-Konkurrent Vodafone organisiert sein Europa-Geschäft um - und ernennt Humm nach Informationen von manager magazin online zum neuen Zentraleuropa-Chef; Vodafone hat den Wechsel mittlerweile bestätigt.

Vodafone wird das Europa-Geschäft in die Regionen Nord- und Zentraleuropa sowie Südeuropa aufteilen. Humm wird als Mitglied des Group Executive Comittee unter anderem die Geschäfte in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden leiten. Für seinen ehemaligen Arbeitgeber, die Deutsche Telekom  , ist der Wechsel pikant: Schließlich kommt der Top-Manager damit ins Stammgebiet des Bonner Konzerns zurück - als härtester Konkurrent.

Besonders delikat ist, dass die Telekom in ihrem Heimatgeschäft Deutschland erst vor kurzem die Marktführerschaft im Mobilfunkgeschäft an Vodafone verloren hatte. Entsprechend hatte Telekom-Chef René Obermann Humm sofort beurlaubt, nachdem sein Statthalter in den USA ihm den Übertritt zum direkten Rivalen Vodafone in Europa mitgeteilt hatte. Zudem wird Humm bei Vodafone auch Länder in Osteuropa wie Ungarn, Tschechische Republik und Rumänien verantworten, die ebenfalls zentral für den Erfolg der Telekom sind. Die Deutschen haben sich schließlich in Osteuropa durch den Einstieg beim griechischen OTE-Konzern die Präsenz einst teuer erkauft.

Bei Vodafone selbst war das Europa-Geschäft bisher als eine komplette Einheit aufgestellt. Der Leiter des Geschäfts, Michel Combes, diente zudem als direkter Stellvertreter von Vodafone-Chef Vittorio Colao. Eine derart einflussreiche Position wünscht Colao offenbar nicht mehr in seinem Konzern. Weder Humm, noch der neue Südeuropa-Chef Paolo Bertoluzzo, werden in den Group Board aufsteigen, sondern lediglich Mitglieder des Group Executive Comittee sein, das ist eine Art erweiterter Vorstand ist.

Bertoluzzo ist derzeit Italien-Chef der Vodafone-Gruppe und wird in Zukunft auch Verantwortung für die Länder Spanien, Portugal, Griechenland und Malta tragen. Noch-Europa-Chef Combes hatte bereits angekündigt, im August als Chef zum zweitgrößten französischen Mobilfunker SFR zu wechseln.

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